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Buch-Kritik: Elsebeth Egholm: Der tote Knabe

Buch-Kritik : Elsebeth Egholm: Der tote Knabe

Die Journalistin Dicte ist geschieden und will in Arhus einen Neuanfang starten. Ihren 40. Geburtstag verbringt sie mit ihren Freundinnen Anne und Ida Marie. Plötzlich machen die drei Frauen eine grauenhafte Entdeckung: Auf dem Fluss treibt eine Plastikwanne mit einem toten Baby. Außerdem finden sie in der Wanne eine Seite aus dem Koran.

Dicte würde den Vorfall am liebsten verdrängen. Aber ihr Chef verpflichtet sie dazu, über das Baby und die Umstände seines Todes zu recherchieren. Der Fall wird immer verworrener: Ein Kind im Krankenhaus wird bedroht, ein anderer Säugling - ausgerechnet das Kind von Ida Marie - verschwindet.

Elsebeth Egholms Roman ist weniger ein Krimi als eine psychologische Studie über drei Frauen in Extremsituationen: Dicte ist dabei, ihre Scheidung zu verkraften und muss sich zugleich darüber klar werden, ob sie sich auf eine Affäre mit dem jungen verheirateten Fotografen Bo einlassen soll. Anne, Hebamme im Krankenhaus, aus dem Ida Maries Baby verschwindet, erfährt, dass sie Krebs hat, und Ida Marie - wie gelähmt durch den Verlust ihres Kindes - muss erkennen, dass ihr Mann ihr keinen Rückhalt gibt.

Fast nebenbei entwickelt sich die Geschichte um den toten Jungen aus dem Fluss und das verschwundene Baby. Nach und nach trägt die Polizei, mit Hilfe von Dicte, alle Fakten zusammen. Auf die Lösung des Falls stößt die Journalistin dann eher durch Zufall. Und diese ist gänzlich unspektakulär - und damit umso glaubwürdiger.

(AP)