Roman: Else Buschheuer: Ruf mich an

Roman: Else Buschheuer: Ruf mich an

Paprika, Chefin einer Berliner Werbeagentur, mag keine Menschen. Und Tiere erst recht nicht. Genau genommen mag sie nur sich selbst. Deswegen nimmt sie auch größte Anstrengungen in Kauf, um möglichst nicht mit Menschen in Kontakt zu kommen. Doch das ist in einer so großen Stadt schwierig.

Will Paprika etwas von der Welt mitbekommen, bedient sie sich "Bild"-Zeitung, Handy oder Fernseher. Ist der Weg vor die Tür unvermeidbar, tritt Paprika den Gang über Berlins Straßen nur mit geladener Pistole und Desinfektionsspray an. Doch dann tauchen unerwartet Eindringlinge in Paprikas hermetisch abgeriegeltem Leben auf. Mändy und Maik zum Beispiel, die das Appartment in Daimler-City neben ihr beziehen. "Broiler" als Nachbarn, das passt der Mittdreißigerin gar nicht, denn die Ossis nerven gewaltig. Als Eigentümer eines "Bärschenglubbs" erweisen sich die beiden als extrem kontaktfreudig. Zu allem Überfluss steht dann auch noch ihre alte Schulfreundin Kitty vor der Tür und nistet sich bei ihr ein.

So viel Wahnsinn ist nur mit Valium zu ertragen. Doch plötzlich tritt Valmont in Paprikas aus den Fugen geratenes Leben. Wer so heißt, der kann nur eine gefährliche Liebschaft mit Paprika beginnen. Doch auch diese Verbindung treibt sie fast in den Wahnsinn. Else Buschheuer stellt in ihrem ersten Roman ihre messerscharfe Beobachtungsgabe unter Beweis. Sie fesselt den Leser mit einem schonungslosen Blick auf die neue Berliner Wirklichkeit.

(rpo)
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