Buchtipp: Das berührende Leben des Rottweilers namens Paul

Buchtipp : Das berührende Leben des Rottweilers namens Paul

Wahrscheinlich gibt es deshalb so viele Bücher mit Geschichten über Hunde, weil so viele Hunde eine lesenswerte Geschichte schreiben. Vor allem Hundebesitzer werden dies aus vollem Herzen bestätigen können.

Diesmal also ist Paul an der Reihe, der uns auf der vorderen Umschlagseite sehr niedlich als Welpe in die Augen schaut, auf der Rückseite aber den ausgewachsenen und ein bisschen auch Respekt einflößenden Riesenhund gibt.

Denn Paul ist ein Rottweiler, und eigentlich heißt Paul auch gar nicht Paul, sondern Pluto. Doch als er das Tierheim verlassen darf und in der Familie von Elmar Schnitzer ein neues Zuhause finden darf, bekommt er auch den neuen und viel freundlicheren Namen. Und sehr bald wird Paul mit seinem herzzerreißenden Blick das "pechschwarze Glück" der Familie.

So beschreibt das jedenfalls Elmar Schnitzer, und dass man sofort weiß, was das bedeuten könnte, liegt auch daran, dass das Herrchen von Paul ein Journalist ist und anschaulich erzählen kann.

Hundegeschichten sind in gewisser Weise Schicksalsgeschichten. Sie handeln von faustdicken Freundschaften zwischen Mensch und Tier und sie leben von Grenzüberschreitungen im Zusammenleben. Da kommt es dann zu symbiotischen Verhältnissen, die möglicherweise nur der verstehen kann, der einen Teil seines Lebens an der Seite eines Vierbeiners verbringen durfte.

Paul jedenfalls hat schnell die Regeln seines neuen Rudels kapiert: "Er bewachte die Tür, wenn er im Vorgarten Schritte hörte. Ließ ein, wen wir einließen, und wies ab, wen wir abwiesen." Außerdem gehorchte Paul, aber nur, weil er es wollte. Solche Hunde wie Paul sind echte Menschenkenner; sie haben eine Nase "selbst für unsere geheimsten Gedanken. Sie erschnüffeln unser Innerstes", glaubt jedenfalls Elmar Schnitzer und mit ihm die ganze Welt der Hundebesitzer.

Dass die einzig wahre und immer wieder zu schreibende Hundegeschichte in der Vergangenheitsform geschrieben ist, gibt all den kleinen und großen Erinnerungen etwas Melancholisches. Am Ende steht also der Tod des großen Kumpels. Paul wird Krebs bekommen und Paul wird eingeschläfert werden. Doch tot ist er nicht, schreibt Schnitzer. Und auch das kennen viele Hundefreunde.

(RP/pst)