Charles Krauthammer ist tot

Konservative US-Persönlichkeit: Charles Krauthammer ist tot

Die Republikaner in den USA verlieren mit Charles Krauthammer eine einflussreiche Persönlichkeit. Der Publizist starb an einem Unterleibstumor. Ex-Präsident Bush würdigt ihn.

Der Pulitzerpreisträger und als Stimme der Konservativen in den USA bekannte Charles Krauthammer ist tot. Der 68-Jährige starb am Donnerstag an den Folgen eines Krebsleidens, wie seine langjährigen Arbeitgeber, der US-Sender Fox News und die Zeitung „Washington Post“, bekanntgaben. Krauthammer unterstützte Ex-US-Präsident George W. Bushs Irakinvasion 2003 und bezeichnete sie - prophetisch und irrtümlicherweise - als „Drei-Wochen-Krieg“. Den Konflikt verteidigte er anschließend jahrelang. Er war auch ein Befürworter von Folter durch US-Soldaten und ein Gegner des aktuellen Präsidenten Donald Trump.

Der renommierte US-Publizist und Intellektuelle erhielt 1987 für seine mal bissigen, mal nachdenklichen Kolumnen den Pulitzerpreis in der Sparte „Kommentar“. Vor einem Jahr hatte Krauthammer berichtet, dass er an einem bösartigen Unterleibstumor leide. Anfang Juni wurde bekannt, dass er nur noch wenige Wochen zu leben habe.

Krauthammer wurde der Begriff der „Reagan-Doktrin“ zugeschrieben, nach der Ex-Präsident Ronald Reagan gezielt antikommunistische Bewegungen weltweit unterstützte. George W. Bush würdigte Krauthammer in einer Stellungnahme. Seit Jahrzehnten hätten dessen Worte die US-Demokratie gestärkt, seine Arbeit sei einflussreich gewesen. „Obgleich seine Stimme vermisst werden wird, seine Ideen und Wertvorstellungen werden immer ein Teil unseres Landes sein“, so Bush.

Im August 2016, als Trump der offizielle Präsidentschaftskandidat der Republikaner wurde, erklärte Krauthammer, er habe ursprünglich gedacht, Trump sei wie ein unterentwickelter 11-Jähriger, der auf dem Schulhof andere mobbe. Dabei habe er sich aber um zehn Jahre vertan; Trumps Bedürfnisse seien noch primitiver, er sehne sich nach Lob und Anerkennung, die nicht gestillt werden könnten. Der spätere Präsident reagierte via Twitter auf Krauthammer. Dieser tue nur so, als sei er clever - ein Dummkopf in zu vielen Fox-Sendungen, „ein überbewerteter Clown!“.

(wer/dpa)
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