Buchpreisbindung soll bald auch für E-Books gelten

Wirtschaftsministerium: "Interessen der Leser" stärken: Buchpreisbindung bald auch für E-Books?

Die Buchpreisbindung soll künftig auch für E-Books gelten. Außerdem soll sie auf alle Buchverkäufe an Verbraucher in Deutschland ausgedehnt werden, also auch für aus dem Ausland importierte Bücher und E-Books. Das steht in einem neuen Gesetzesentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums.

Höhere Preise für E-Books soll es dadurch aber nicht geben, heißt es in dem Entwurf, den das Wirtschaftsministerium an Länder und Verbände versandt hat. "Unser Gesetzentwurf ist ein Signal an die gesamte Buchbranche, dass wir uns für die Interessen der Leser einsetzen", erklärte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Donnerstag in Berlin. "Wir erhalten die Vielfalt der Buchtitel und die Vielzahl der Buchhandlungen."

Mit der geplanten Gesetzesänderung reagiert die Regierung auf den steigenden Anteile der Buchverkäufe über das Internet und die Zunahme von elektronischen Büchern. Seit Jahren wächst der Anteil an E-Books, zuletzt allerdings mit geringeren Steigerungsraten.

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2014 betrug der Anteil der elektronischen Bücher am Publikumsmarkt rund 4,3 Prozent. 5,7 Prozent der Bundesbürger ab 10 Jahren und damit 3,9 Millionen Menschen kauften 2014 E-Books. 2013 waren es nur 3,4 Millionen.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels begrüßte die Vorlage als "wichtiges Signal für die Verlage und Buchhandlungen in Deutschland". Der klassische Buchhandel befürchtet schon seit längerem eine Verwässerung der Buchpreisbindung, insbesondere durch Google, Apple und Amazon. Der Online-Buchhandel steht den fest geschriebenen Preise dagegen kritisch gegenüber.

(KNA, REU)