Bildband "52 Wochen, 52 Städte" von Iwan Baan: Architektur zum Leben erweckt

Bildband "52 Wochen, 52 Städte" : Wenn Architektur zum Leben erweckt wird

Iwan Baan gehört zu den besten Fotografen seiner Zunft. Der Niederländer ist weltweit für seine Darstellungen von Architektur bekannt. Im Gegensatz zu der Arbeit seiner Kollegen reicht ihm das Gebäude allein für seine Kunst nicht aus.

Die Suche nach Perfektion ist Iwan Baan in seinen Bildern — zumindest auf den ersten Blick — vollkommen fremd. Man findet sich zumeist im Chaos, in verwirrenden Situationen wider. Allein dieser Fakt grenzt den Niederländer von anderen Architekturfotografen ab.

Während prominente Kollegen wie Ezras Stoller oder Julius Shulman imposante Gebäude in größtmöglicher Schönheit präsentieren, geraten die Gebäude von Baan geradezu in den Hintergrund — aber werden gleichzeitig zum Leben erweckt.

Der bekannte Architekt Michael Maltzan sagt zu der Arbeit passenderweise: "Iwan zeigt die ganze verworrene Beziehung zwischen dem Gebäude, seiner Umgebung und ihren Benutzern, die die Architekten heute mehr denn je beschäftigt. Kein anderer Fotograf drückt so präzise aus, was in der Architektur zur Zeit passiert."

Hoch hinaus

Und so zeigt Baan in seinem neuesten Werk "52 Wochen, 52 Städte" (was man wortwörtlich verstehen kann) eine Ansammlung an verschiedenster Architektur, aber auch schlichtweg erstaunliche Momentaufnahmen. So liefert er anhand seiner Darstellungen zusätzlich kulturelle Einblicke.

Wenn er zum Beispiel die bewohnten unterirdischen Höhlen in einer Provinz Henan in China oder den heiligen Platz in Allahabad, Indien, präsentiert. Dort vergisst der Betrachter den eigentlichen Fokus des Fotografen und verliert sich einen Moment in der Exotik der Aufnahme.

Baan kann aber auch anders. Eines seiner erstaunlichsten Fotos in dem aktuellen Bildband entstand in London. Während der Eröffnung des Serpentine Gallery Pavilions verschmelzen Architektur und Mensch zu einer Einheit. Für zahlreiche andere Abbildungen stieg Baan auch in einen Helikopter, um die Fotografien aus der Luft zu machen — erst dadurch wird dem Betrachter bewusst, wie sich die Architektur zu dem Umfeld verhält.

Es sind solche Aufnahmen, die verständlich machen, dass sich Baan nicht nur für die Gebäude selber interessiert, sondern deren Interaktion mit der Umwelt. "Ich habe nie verstanden, warum Architekten in ihren Renderings immer jede Menge Leute zeigen, doch wenn das Gebäude fertig ist, lassen sie es fotografieren als seien alle gerade nach hause gegangen. Mich interessiert ein Gebäude, wenn die Architekten und Planer abgezogen sind", eklärt Baan allzu passend.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist der Bildband "52 Wochen, 52 Städte"

(cfk)