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25 Jahre Harry Potter: Der Zauberbann ist ungebrochen

Harry Potter feiert Jubiläum : Der Zauberbann ist ungebrochen, nur etwas angeknackst

Am 26. Juni 1997 wurde der erste Harry-Potter-Band veröffentlicht. Heute, 25 Jahre später, zieht der Zauberschüler noch immer weltweit Fans in seinen Bann – auch wenn das Verhältnis zur Fantasy-Serie und ihrer Autorin schwieriger geworden ist.

Manchmal sind alle guten Dinge eben mal dreizehn. So viele Versuche brauchte es nämlich, um eins der erfolgreichsten Bücher aller Zeiten zu veröffentlichen. Denn nachdem zwölf Verlage das Manuskript ablehnten, veröffentlichte Bloomsbury
am 26. Juni 1997 schließlich „Harry Potter and the Philosopher’s stone“. Die erste Auflage bestand zunächst aus nur 500 Exemplaren, doch es dauerte nicht lange, bis J.K. Rowlings magische Welt den Globus eroberte. Bereits 1998 erschien die deutsche Übersetzung, rund drei Jahre später sprang Harry
Potter, verkörpert durch Daniel Radcliffe, vom Papier auf die
Kinoleinwände.

Spätestens ab diesem Moment wurde der Hype um den Zauberlehrling zu einem weltweiten Phänomen. Jeder neue Film seiner Abenteuer brachte Fans in ausverkaufte Kinosäle, jedes zusätzliche Buch wurde sehnlichst erwartet. So campierten vor den Veröffentlichungen der Bücher zahlreiche Leser vor den Buchhandlungen weltweit, um pünktlich um Mitternacht den nächsten Band in den Händen halten zu können. Über Jahre begleiteten zahlreiche Kinder und Jugendliche den Kampf der Zauberschüler gegen die dunkle Magie; und Harry Potter begleitete sie beim Erwachsen werden.

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Die Geschichte des Jungen mit der blitzförmigen Narbe auf der Stirn prägte eine ganze Generation. Und dieser Einfluss hält bis heute an. Auch elf Jahre nach dem letzten Harry Potter-Film bleiben viele ihrem Kindheitshelden treu. Aber auch junge Leser entdecken heute noch die magische Welt der Harry Potter
Bücher. Die Drehorte der Filme, wie der Londoner Bahnhof King’s Cross oder auch das Grab des Hauselfen Dobby, an der walisischen Küste, sind Tourismusmagnete geblieben. Darüber hinaus bieten ein Theaterstück und eine weitere Filmreihe den Fans die Möglichkeit, weiter in die magische Welt einzutauchen; und dabei den ein oder anderen Euro auszugeben.

Der Bann, in den Harry Potter seine Leser zieht, ist zwar ungebrochen, und doch haben sich über die Jahre deutliche Risse gebildet. Die einstige Heldin der Reihe, die
Frau, aus deren Geist und Feder die beliebte Reihe stammt, ist unter Fans schon lange keine unumstrittene Person mehr. Die 58-jährige J.K. Rowling äußerte sich vermehrt transfeindlich. Ihre Aussagen sorgten im Großteil der Fangemeinde für Empörung und führten dazu, dass sich Daniel Radcliffe und viele weitere von ihr distanzierten. Auch mit Plagiatsvorwürfen sah sich Rowling zwischenzeitlich konfrontiert.

Die fortschreitende Kommerzialisierung des Franchise und die Aussagen der Autorin haben der Fangemeinde einen Teil ihrer Leichtigkeit genommen. Die Zeiten, in denen man einfach nur Harry-Potter-Fan war, scheinen vorbei zu sein. So leicht und unproblematisch ist es nicht mehr. Man muss sich plötzlich fragen, ob man mit den Aussagen der Autorin leben und ob man ein Werk von seinem Autor trennen kann – oder muss. Und wenn man es wagt, einen genauen Blick auf den ersten Riss im Bann zu werfen, werden weitere sichtbar. Reproduzieren die Kobolde mit den großen Nasen in der Bank Gringotts nicht antisemitische Stereotype? Und weshalb werden hauptsächlich unsympathische Charaktere als dick beschrieben?

War die unproblematische Buchreihe, die so prägend war, vielleicht gar nicht so unproblematisch? Fans müssen zunehmend für sich Antworten auch auf diese Fragen finden.
Und vielleicht ist auch das Jubiläum ein guter Anlass dazu.

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