Blutrünstige Hommage an den Italo-Western

Blutrünstige Hommage an den Italo-Western

Wer Quentin Tarantino seit frühen Werken wie "Reservoir Dogs" in treuer Ergebenheit verbunden ist, wird auch an "Django Unchained" seinen Spaß haben. Die typischen Stilmerkmale sind da, das Zuviel an Blut und comichafter Gewalt etwa, die bewusst ins Endlose gedehnten Dialoge.

Wer indes nach dem großartigen Vorgänger "Inglourious Basterds" auf eine Weiterentwicklung hofft, auf Tarantinos Mut, keinen augenzwinkernden und ironischen Film zu machen, kein Zitatfeuerwerk, sondern einen ernsten und mutigen, der wird enttäuscht sein. Der 49-Jährige verjuxt sein Talent mit Mätzchen – dabei hätte das Drehbuch alle Möglichkeiten geboten. Die gemeinsame Suche von Jamie Foxx und Christoph Waltz nach der Sklavin Broomhilda ist im Grunde eine Liebesgeschichte, und – so paradox es klingen mag – "Django Unchained" ist Tarantinos zärtlichster Film. Der Regisseur will es nur nicht wahrhaben.

(RP)