Berliner Stiftung unterstützt Heinsberger Begas-Haus

Berliner Stiftung unterstützt Heinsberger Begas-Haus

Heinsberg/berlin Es liest sich wie ein Märchen und ist doch wahr. Genau vor einem Jahr stand die Leiterin des Heinsberger Museums auf der bedeutendsten Kunstmesse der Welt, der Tefaf in Maastricht. Sie umkreiste stundenlang ein Gemälde, das ein New Yorker Galerist feilbot. Das Genrebild "Die Winzerfamilie" des preußischen Hofmalers Carl Joseph Begas d.Ä. (1794 - 1854), das lange als verschollen galt, wollte Rita Müllejans-Dickmann unbedingt besitzen. Nur fehlte ihr das Geld. Einen halben roten Punkt klebte sie mit klopfendem Herzen auf das Exponat, ohne zu wissen, wer ihr helfen würde. Heute ist es im Besitz des Museums, das 2013 neu eröffnet und in "Begas Haus – Museum für Kunst und Regionalgeschichte Heinsberg" umbenannt wird, um der in Heinsberg verorteten Künstlerdynastie Begas noch mehr überregionale Aufmerksamkeit zu schenken.

Dies alles konnte nur gelingen, weil die Kulturstiftung der Länder in Berlin mit weiteren Förderern der Stadt unter die Arme griff. Fünf Gemälde und Skulpturen der Begas-Familie konnten neu erworben werden, die neben 20 Leihgaben aus Berliner Museen und eigenen Beständen künftig ihre Bewunderer in Heinsberg finden werden.

"Wir machen uns stark für die Regionen", sagte die Generalsekretärin der Berliner Kulturstiftung, Isabel Pfeiffer-Poensgen, gestern in Heinsberg, in Deutschland pflege man keine zentralistische Kulturpolitik. Die vor 20 Jahren gegründete Stiftung der Länder gibt maximal ein Drittel des Kaufpreises. "Erwartet wird, dass auch andere sich engagieren." Niemand gebe so viel wie die Sparkassen, so ihre Beobachtung. Der Begas-Boom folge dem Trend des Marktes, die Malerei des 19. Jahrhunderts neu zu bewerten. Vier Söhne des in Berlin wirkenden Heinsbergers waren als Künstler tätig. Gelernt haben sie in Vaters Atelier, dessen Stil durchdrungen war vom Geist der Düsseldorfer Malerschule und vom Kolorit der alten Venezianer.

In Heinsberg erfindet sich dank Begas ein Museum neu, und die historische Achse Berlin-Heinsberg wird wiederbelebt.

(RP)
Mehr von RP ONLINE