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Beatrice von Weizsäcker: "Der Glaube macht mich zuversichtlicher"

Beatrice von Weizsäcker im Aufwacher-Podcast „Um Gottes Willen!“ : „Der Glaube macht mich zuversichtlicher"

Beatrice von Weizsäcker hat vor zweieinhalb Jahren einen ungewöhnlichen Schritt getan: Sie wechselte von der evangelischen Kirche in die katholische. Warum, das erzählt sie in einer neuen Folge unseres Aufwacher-Podcasts „Um Gottes Willen!“.

Kirchenaustritte sind in Deutschland längst an der Tagesordnung. Ein Kircheneintritt hingegen ist die Ausnahme. Und noch seltener ist es, wenn jemand von der evangelischen in die römisch-katholische Kirche „wechselt“, also konvertiert. Beatrice von Weizsäcker hat es vor zweieinhalb Jahren getan. Auch davon erzählt die 63-Jährige in unserer neuen Folge von „Um Gottes Willen!“ im Aufwacher-Podcast. Die Episode wird am kommenden Sonntag, 17. Juli, in jeder Podcast-App abrufbar sein.

Beatrice von Weizsäcker ist eine engagierte Christin, die viele Jahre Präsidiumsmitglied des evangelischen und ökumenischen Kirchentags war. Und die sich vor allem nach einer Israelreise der katholischen Kirche stärker verbunden fühlte. In ihrem Buch „Haltepunkte.Gott ist seltsam, und das ist gut“ (Herder, 22 Euro), das sie zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Norbert Roth verfasste, beschreibt sie Besuche in Marias Geburtskirche St. Anna und der Todesangst-Basilika mitten im Garten Gethsemane. Der Glaube wird dort für sie greifbar; sie macht die Erfahrung, dass Jesus wirklich bei ihr ist, als Freund, Vertrauter, als neuer Bruder.

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Diese Begegnung wird ihr zum wichtigen Trost. So auch, als im November 2019 ihr Bruder in Berlin von einem psychisch Kranken erstochen wurde. Bis heute ist die Tat für sie so absurd und unverständlich, dass sich die Frage nach Gott für sie nicht stellt. Denn das hieße, dass Gott alle unsere Geschicke lenken würde. „Und das macht er eben nicht.“ Gott, so sagt sie, ist „seltsam, aber seltsam im positiven Sinne“.

Natürlich ist sie entsetzt über die sexualisierte Gewalt, die katholische Priester an Kinder und Jugendliche begangen haben. Doch die Antwort auf die bislang publizierten Missbrauchsgutachten könne ihrer Meinung nach nicht darin bestehen, zu zeigen, wie erschüttert man sei. Sondern zu fragen: Was muss sich ändern? An der Hierarchie, der Struktur, dem Priesterbild? Noch immer würden vor allem Kirche und Täter in Schutz genommen, weniger die Betroffenen, so die in München lebende Publizistin.

Es ist der Glaube, der Beatrice von Weizsäcker in ihrem Leben zuversichtlicher, gelassener werden ließ. „Dass ich meine Freude und meine Trauer teilen kann, entlastet mich und macht mich frei“, sagt sie.

Info Aufwacher-Podcast „Um Gottes Willen!“; ab Sonntag, 17. Juli, in jeder Podcast-App.