1. Kultur

Ausstellung im Goethe-Museum

Sonderausstellung im Goethe-Museum : Düsseldorf am Tejo und Lissabon am Rhein

Eine sehenswerte Ausstellung im Schloss Jägerhof zeigt die historische Verbindung der beiden Städte. Im Mittelpunkt stehen 22 Aquarelle, die 1858 Prinzessin Stephanie von Hohenzollern-Sigmaringen geschenkt wurden, bevor sie nach Portugal aufbrach.

Mit den Städtepartnerschaften scheint es sich zu verhalten wie bei Freundschaften unter Militärangehörigen: Am besten verstehen sich die, die so viele Sterne oder Streifen auf den Epauletten tragen wie man selbst. Auch bei der seit langem geplanten Partnerschaft zwischen Düsseldorf und Lissabon ist das so. Weil die Stadt am Rhein „nur“ Hauptstadt eines Bundeslandes ist, die Metropole am Tejo aber einer ganzen Nation vorsteht, kommt die Sache derzeit nicht recht voran.
An den dauernden Bemühungen eifriger Befürworter kann das nicht liegen.

Einer von ihnen ist der in Düsseldorf lebende Weinhändler Carlos Quintana. Mit seiner Hilfe gelang es jetzt, eine wertvolle Sammlung von Aquarellen führender Mitglieder der Düsseldorfer Malerschule als Leihgabe vom Tejo wieder an den Rhein zu holen. Unter dem Titel „Erinnerungen an Düsseldorf“ sind sie zwei Monate lang im Goethe-Museum zu bewundern. Genau dort, also auf Schloss Jägerhof, wurden die Bilder der scheidenden Prinzessin Stephanie von Hohenzollern-Sigmaringen überreicht, als sie im Jahr 1858 von ihrem damaligen Düsseldorfer Wohnsitz nach Lissabon aufbrach.

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Als frisch angetraute Ehefrau des Herrschers Dom Pedro V. wurde Stephanie zur Königin von Portugal. Die Aquarelle, inzwischen Eigentum der portugiesischen Casa de Bragança, sollten sie an ihre frühere Heimat erinnern. Mit den Bildern ist auch die kostbare Schatulle zu besichtigen, die der jungen Prinzessin mitgegeben wurde. Verziert wird sie durch vier Wappen: die Fürstenhäuser Hohenzollern-Sigmaringen und Bragança sowie die Städte Düsseldorf und Lissabon. Gleich auf dem ersten der insgesamt 22 Aquarelle beschreibt der Düsseldorfer Maler und Grafiker Adolph Schroedter den Hochzeitszug der Prinzessin mit Allegorien der Flüsse Rhein und Düssel. Weitere Szenen zeigen den „Marktplatz“, die „Gegend am Grafenberg“ und den „Schwanenspiegel“.

Von Oswald Achenbach stammt die „Wiese bei dem Jägerhof“.
Zur Eröffnung der Ausstellung war Lissabons Kulturdezernent Diogo Moura angereist. Eingeladen war auch der portugiesische Botschafter, aber der musste seinem Außenminister bei einem großen Nato-Treffen in Berlin zur Seite stehen. In seiner Rede dankte Carlos Quintana vielen der Anwesenden der Initiative „Lisboa-Düsseldorf“ für deren großzügige Unterstützung bei der Renovierung des „Gartens Stefanie“ im Lissabonner Hauptquartier der portugiesischen Marine. Auch die Bemühungen um eine offizielle Städtepartnerschaft gehen weiter. Im Herbst des nächsten Jahres wird es im Düsseldorfer Stadtmuseum eine weitere Ausstellung geben, die dann nach Lissabon wandert. Ihr vorgesehener Titel: „Die Heiratspolitik zwischen Düsseldorf und Lissabon und der Einfluss auf die Stadtentwicklung“.