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Insel Hombroich: Ausgezeichnete Verbindung von Kunst und Natur

Insel Hombroich : Ausgezeichnete Verbindung von Kunst und Natur

Neuss (rpo). Das Museum Insel Hombroich in Neuss ist ein wichtiger Fleck im "Land der Ideen". Es wurde am Donnerstag als ein besonderer Ort in Deutschland ausgezeichnet. "365 Orte im Land der Ideen" ist eine gemeinsame Initiative der Bundesregierung und des Bundesverbands der deutschen Industrie. Im Jahr der Fußball-WM präsentiert sich an jedem Tag ein anderes spannendes Projekt. Die Insel Hombroich ist am 8. April an der Reihe.

"Deutschland steckt voller guter Ideen. Die Insel Hombroich ist ein herausragendes Beispiel für den lebendigen und vielfältigen Ideenreichtum in unserem Land", sagte Michael Dettmann, Vertreter des Exklusiv-Sponsors Deutsche Bank, bei der Übergabe der Urkunde. Wilhelm Petzold nahm das von Schirmherr Horst Köhler unterzeichnete Dokument für die Geschäftsführung der Insel Hombroich entgegen. "Wenn unter 1.200 Bewerbern 365 ausgesucht werden und man dazu gehört, ist das schon ein Kreis, in dem man sich wohlfühlt", erklärte Petzold.

Neben der Insel Hombroich präsentieren sich in dem von der Initiative herausgegebenen Reiseführer "Land der Ideen" 364 spannende Orte, Initiativen und Einrichtungen aus Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft. Die Bandbreite reicht dabei vom Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik in Berlin über die gemeinnützige Obstbau-Siedlung "Eden" in Oranienburg bis hin zu Deutschlands modernstem Supermarkt.

Die Auszeichnung ist für die Insel Hombroich der vorläufige Höhepunkt in einer seit langem positiven Entwicklung. Anfang der 1980er Jahre hatte Stiftungsvater Karl-Heinrich Müller die Vision, einen Garten der Kunst zu schaffen. Ab 1982 verwandelte er ein Gebiet in der Nähe von Neuss in eine scheinbar unberührte Landschaft, in der schlichte Pavillons und kunstvolle Skulpturen einen reizvollen Kontrast zur Natur bilden. Müller taufte sein Projekt Insel Hombroich und machte daraus eine Stiftung.

"Die Stiftungsform ist die öffentlich-rechtliche Entsprechung einer privaten Initiative", erklärte Wilhelm Petzold und stellte klar: "Ohne ehrenamtliche Helfer würde es die Insel nicht geben." Bei einem jährlichen Budget von über einer Million Euro schießt der Staat 50.000 Euro zu.

Neue Projekte lassen die Insel wachsen

Dank des privaten Engagements und großzügigem Sponsoring hat die Insel jedoch keine Zukunftsängste. Im Gegenteil: Sie wächst. Zwei neue Gebäude stehen kurz vor der Fertigstellung und eine Gruppe weltweit hochgeschätzter Architekten arbeitet an dem Projekt "Raumortlabor". Dabei soll auf 4,5 Millionen Quadratmetern - die Fläche entspricht rund 650 Fußballfeldern - eine Stadt der Zukunft entstehen. Das Konzept bekam auf der Biennale in Venedig viel Applaus, jedoch muss die Umsetzung noch auf sich warten. Derzeit laufen noch die Verhandlungen mit den Besitzern des Landes, das die Insel zur Realisierung des Raumortlabors zukaufen müsste. Wilhelm Petzold zeigt sich optimistisch: "Ich würde wetten, dass das klappt."

Bis dahin müssen sich die Besucher der Insel - in 2005 kamen 118.000 Menschen - mit einer einzigartigen Verbindung von Kunst und Natur begnügen. Der Eintritt kostet 10 Euro in der Woche (ermäßigt 5) und 15 Euro am Wochenende (ermäßigt 7). Am 8. April bieten die Betreiber der Insel kostenlose Führungen an.

Museum Insel Hombroich
1. April bis 30. September: 10 - 19 Uhr
1. bis 31. Oktober: 10 - 18 Uhr
1. November bis 31. März: 10 - 17 Uhr