Missbrauchsstudie für das Bistum Mainz veröffentlicht Auch Mainzer Bischöfe haben versagt

Mainz · Der populäre Kardinal Karl Lehmann (1936-2018) hat in seiner Amtszeit als Bischof von Mainz lange Zeit Missbrauchstäter geschützt und Betroffene zu wenig beachtet. Das geht aus einer neuen Missbrauchsstudie hervor

Der Rechtsanwalt Ulrich Weber präsentierte die Studie zu sexuellem Missbrauch im Bistum Mainz.

Der Rechtsanwalt Ulrich Weber präsentierte die Studie zu sexuellem Missbrauch im Bistum Mainz.

Foto: dpa/Arne Dedert

Auch Mainz macht keine Ausnahme. So wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten im Bistum ebenfalls Missbrauchstaten verschwiegen und verharmlost, die priesterlichen Täter oft geschützt, meist versetzt und den Betroffenen eine Mitschuld unterstellt oder ihre Aussagen für unglaubwürdig gehalten. Auch in Mainz war somit die Institution viele Jahre um Selbstschutz bemüht und darum nie auf der Seite der Betroffenen. Dies trifft dann auch für den populären Kardinal Karl Lehmann (1936-2018) zu, der in seiner langen Mainzer Amtszeit von 1983 bis 2016 seinem eigenen Anspruch des fürsorglichen Bischofs „zu keinem Zeitpunkt gerecht geworden ist“.