1. Kultur

Erweiterungsbau: Anna-Amalia-Bibliothek: Neuer Glanz für 25 Millionen

Erweiterungsbau : Anna-Amalia-Bibliothek: Neuer Glanz für 25 Millionen

Weimar (rpo). Fünf Monate nach der Brandkatastrophe feiert Weimar die Wiedereröffnung der Anna Amalia Bibliothek. Kulturstaatsministerin Christina Weiss besuchte den Festakt im Deutschen Nationaltheater. Sie sagte, mit der Eröffnung des Studienzentrums und der Tiefenmagazine hätten die bibliophilen Schätze jetzt ein sicheres Haus.

Der Neubau bietet Raum für rund eine Million Bücher. Die Baukosten betrugen rund 25 Millionen Euro. Das Studienzentrum ist durch unterirdische Magazine mit dem Stammhaus verbunden, das am 2. September 2004 durch den größten Bibliotheksbrand der Nachkriegsgeschichte stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Weiss erinnerte daran, dass die letzte bauliche Erweiterung der Bibliothek zum 100. Geburtstag Johann Wolfgang Goethes im Jahr 1848 erfolgt sei. Die Staatsministerin nannte die zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Anna-Amalia-Bibliothek ein "deutsches Wunder, das so in keinem anderen Land möglich" gewesen sei. Sie übergab Bibliotheksdirektor Michael Knoche 13 aus Antiquariaten wiederbeschaffte Titel von Exemplaren, die bei dem Brand in Weimar vernichtet worden waren. Darunter befand sich ein Büchlein aus dem Jahr 1823 mit dem Titel "Die Feuerwerkskunst von Dilettanten".

Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus sagte, mit dem Neubau sei "eine komfortable Zweitwohnung für die Anna-Amalia-Bibliothek" entstanden. Diese einzigartige Bücherlandschaft sei eine gute Investition in die Zukunft.

  • Szene aus „Das Tribunal“ von Dawn
    Uraufführung am Schauspielhaus : Klimasünder ohne Gnade vor Gericht
  • Susanna Mälkki dirigiert die New Yorker
    Dirigentin mit Weltkarriere : Einsatz in Manhattan
  • Beethovens Neunte unter Adam Fischer in
    Corona-Fall bei Beethovens Neunter : Da waren‘s nur noch zwölf

An einem Ort

Die Freude über den Neubau sei wegen des Verlustes von Kulturgütern ersten Ranges "von Melancholie getrübt", so der thüringische Kultusminister Jens Göbel. Aber zum ersten Mal seit der Ära Johann Wolfgang Goethes seien die verstreut aufbewahrten Bücher an einem Ort vereint.

Der Dichter Durs Grünbein beschrieb seine Verlusterfahrung. Die Katastrophe vom 2. September 2004 nannte er einen "Weltenbrand im Kleinen". Etwas sei verloren gegangen, um das "unser Weltbild ärmer" geworden sei.

Bibliotheksdirektor Knoche sagte, mit dem Neubau sei, dem Feuer zum Trotz, aus der Fürstenbibliothek eine Forschungsbibliothek geworden, "von der wir immer geträumt haben". Diese Bibliothek werde aber erst dann ein vollständiges Ensemble darstellen, wenn das Stammhaus im Herbst 2007, dem Jahr des 200. Todestages von Herzogin Anna-Amalia, wiedereröffnet werde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die neue Anna Amalia Bibliothek

(ap)