Düsseldorf: Ádám Fischer wird neuer Chefdirigent in Düsseldorf

Düsseldorf: Ádám Fischer wird neuer Chefdirigent in Düsseldorf

Die Düsseldorfer Symphoniker können einige Flaschen Schampus köpfen. Sie bekommen einen großen Künstler als musikalischen Chef in der Tonhalle; das wurde jetzt aus städtischen Kreisen bekannt. Es ist der Ungar Ádám Fischer. Im vergangenen Jahr hat er hier bereits Mozarts "Requiem" dirigiert, und alle Hörer staunten über einen glühenden, mitunter kompromisslosen und ganz von innen, aus übervollem Künstlerherzen kommenden Musizierstil.

Man darf davon ausgehen, dass Intendant Michael Becker lange um den 1949 in Budapest geborenen Fischer werben musste, denn noch bei einem Interview im Jahr 2014 hatte Fischer nur eingeschränkte zeitliche Möglichkeiten bekundet. Andererseits konnte Fischer damals registrieren, dass die Düsseldorfer Musiker mit seiner Art überaus glücklich waren; es muss Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. Außerdem konnte Fischer beim Orchester intuitiv spüren, dass sein intensives Verhältnis zu Fragen der Menschenrechte und Meinungsfreiheit auf Resonanz stieß. Das sind kleine Gesten und Regungen, die jetzt vielleicht den Ausschlag gaben.

Ob Fischer ein richtiger Generalmusikdirektor sein wird - der Mann ist in der ganzen Welt unterwegs - oder ob eine kleinere Lösung getroffen wurde, soll heute bei einer Pressekonferenz mitgeteilt werden. Er hatte das Amt des GMD bereits in Freiburg, Kassel und Mannheim inne, jetzt aber dirigiert er an der Met, in London, an der Wiener Staatsoper; er war mehrfach in Bayreuth zu Gast. Hätte er die Zeit für das ganz große Pensum?

Derzeit hat Ádám Fischer neben seiner Neigung zu Haydn eine Vorliebe: Mahler. Dessen Symphonien führt er komplett in Wien auf. Dort, im Musikvereinssaal, dirigierte er neulich mit den Wiener Philharmonikern die Symphonie Nr. 1 D-Dur, und die Rezension etwa im zum Nörgeln neigenden "Kurier" begann mit den Worten: "Das erste Abo-Konzert der Wiener Philharmoniker mit Ádám Fischer war ein so hinreißendes musikalisches Erlebnis, dass das Publikum am Ende mit schier endlosen Ovationen dankte."

(RP)