Teletest: Der liebenswürdige Serienkiller

Teletest : Der liebenswürdige Serienkiller

Weimar (RPO). Zehn Tipps hätte der Teletest in dieser Woche abgeben können. So aber beschränkt er sich auf zwei außergewöhnliche Serien, einen fliegenden Teenager sowie einen FilmFilmFilm, Außerdem laufen die Na'vi rot an, weil sie keinen Oscar bekommen.

FlashForward | Serie |
Montag, 1. März, 20.15 — 21.10 Uhr, Pro7

Inhalt Plötzlich fallen alle Menschen auf der Welt in Ohnmacht. Und reisen für zwei Minuten ein halbes Jahr in die Zukunft. Als sie wieder erwachen, brennen Städte und haben sich Leben für immer verändert. Nun gilt es herauszufinden, was es mit dem Blackout auf sich hat.

Warum anschauen? Diese Serie, die auf der tollen Buchvorlage von Robert J. Sawyer beruht, macht vieles richtig: ausgezeichnete Schauspieler (zum Beispiel Sonya Walger aus "Lost"), aufwendige Ausstattung und eine ebenso mysteriöse wie spannende Handlung. Die zwar im Laufe der Folgen etwas an Fahrt verliert, aber meilenweit über dem Mystery-Einheitsbrei liegt.

Man lernt Whatever happened happened. Oder auch nicht.

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Auch Vögel können töten | Groteske |
Dienstag, 2. März, 22.45 — 0.25 Uhr, RBB

Inhalt Brewster McCloud hat einen Traum: Er möchte fliegen. Wie ein Vogel. Deshalb konstruiert er einen entsprechenden Apparat. Dann wird er jedoch mehrerer Morde verdächtigt. Zum Glück kann er sich in Suzanne verlieben.

Warum anschauen? Ein unbekanntes Frühwerk von Regielegende Robert Altman. Mit Harold aus "Harold und Maude" als Brewster. Und jede Menge schräger Ideen, liebevoll und detailreich umgesetzt.

Man lernt Um das Innenleben eines Teenagers angemessen zu beschreiben, braucht es Surrealität. Dieser Film feiert beides: Teenager und Surrealität.

Voll frontal | Satire |
Samstag, 6. März, 1.10 — 2.55 Uhr, Pro7

Inhalt Gus feiert seinen Vierzigsten. Dazu lädt er ein. Lauter neurotische Leute. Denn hier ist Hollywood.

Warum anschauen? Nachdem Steven Soderbergh den Oscar für "Traffic" gewann, beschloss er, sich nicht mehr an Konventionen zu halten. Und dennoch mit Stars zu drehen. Wie Julia Roberts oder Catherine Keener. Und so entstehen solche interessanten Filmexperimente.

Man lernt Film im Film ist Soderbergh nicht kompliziert genug. Deshalb erzählt er einen Film im Film im Film.

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Dexter. Staffel 2. | Serie |
Sonntag, 7. März, 22.55 — 1.00 Uhr, RTL2

Inhalt Gerichtsmediziner Dexter Morgan hat ein Problem: Man findet die im Meer versenkten Säcke mit den Leichenteilen aus der ersten Staffel. Viel mehr Kopfzerbrechen bereitet Dexter allerdings die Entscheidung zwischen Rita und Lila.

Warum anschauen? Man kann nicht oft genug betonen, was für ein Glücksfall Michael C. Hall als sympathischer Serienkiller von nebenan ist. Eine intelligente, abgründige, absurde, unterhaltsame und blutige Reflexion über das Gute/Böse im Menschen, die nicht einmal auf abgehangene CSI-Standards zurückgreift.

Man lernt Dexter ist eine der raren Serien, die sich von Staffel zu Staffel kontinuierlich steigern. Beweis dafür war die aktuelle vierte Staffel.

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Oscarverleihung | Live |
Montag, 8. März, 1.00 — 6.00 Uhr, Pro7

Inhalt Zum 82. Mal wird der Oscar an Filme vergeben, die gut, sehr gut oder erfolgreich waren. Aus einem dieser Gründe ist auch "Avatar" mehrmals nominiert. Oder macht James Camerons Exfrau Kathryn Bigelow mit einem hochexplosiven Drama über ein Sprengkommando im Irak einen dicken Strich durch die Rechnung?

Warum anschauen? Auch wenn diesmal erstmalig zehn Filme um den Titel "Bester Film des Jahres" streiten, hat die sanfte Modifizierung der Präsentation im letzten Jahr der Veranstaltung sehr gut getan. Retro und persönlich heißt das neue Motto.

Man lernt, nein man muss: Daumen drücken für Jeff Bridges. Außerdem sinnvoll: eine Voodoopuppe für Sandra Bullock basteln, damit Maggie Gyllenhaal regelwidrig aber verdient den Preis für Haupt- und Nebenrolle bekommen kann.