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Herzrasen: Fast zu spät entdeckter Lieblingskrimi

Herzrasen : Fast zu spät entdeckter Lieblingskrimi

Düsseldorf (RPO). Auch in den Bergen seltsam becoverter Bücher in der Abteilung Kriminalroman gibt es wunderbare Werke zu finden, etwa die Romane von Richard Stark. Darin spielt ein Mann ohne Vorname die Hauptrolle: Parker.

Der Weg in die Krimi-Abteilung einer Buchhandlung ist für den literarisch nicht gänzlich anspruchsfreien Menschen aktuell so schwierig wie der Gang in die Sektion für erotische Informationslektüren. Überall grellen einem Cover entgegen, die unmittelbar nach einem Massaker im Familienkreis gezeichnet worden sein müssen. Und Titel wie "Vergeltung" und "Zerstückelt" zählen dabei noch zu den soften Lese-Einladungen. Neben dem Schotten Ian Rankin lohnt aber mindestens noch ein Autor den Trotzdem-Gang zu den Krimis: Richard Stark.

Richard Stark ist ein Pseudonym des schwer be- und geschäftigen US-Autors Donald E. Westlake. Darunter hat er seit den späten Sechziger Jahren eine Reihe geschrieben, in der die Hauptfigur den Namen Parker trägt. Vielmehr erfährt der Leser nicht, es gibt keine Vorgeschichte, keine bekannten Gesichter. Parker ist Gangster, nimmt, wen er als Partner gerade braucht, zeigt sich aber grundsätzlich frei von Moral und Skrupeln.

Die Künste Westlakes beziehungsweise Starks zeigt sich in drei Punkten: Weil er seine Figur frei von Beziehungen (und damit Einflüssen) hält, verkommt sie auch nach vielen Geschichten nicht zur Karikatur ihrer selbst. Obwohl Westlake weit über 100 Romane veröffentlicht hat, ist sein Stil nicht billig und zählt neben dem Autor dieser Zeilen auch Literaturkritiker Denis Scheck zu seinen Fans. Und gerade weil Stark trocken und ernst schreibt, tragen die Parker-Geschichten viel Humor in sich.

Richard Stark hat rund 25 Parker-Romane veröffentlicht. Zum Einstieg eignen sich "Ein Job für Parker", "Das große Gold" und "Fragen Sie den Papagei".