Mein Herz schlägt schneller: Die wirklich Coolen von der Schule

Mein Herz schlägt schneller: Die wirklich Coolen von der Schule

Düsseldorf (RPO). Die beste Jugendserie der Welt hat nur eine Staffel: "Freaks And Geeks" erzählt von Schülern, die nicht Cheerleader oder im Football-Team waren.

Als sich nach 18 Folgen "Freaks And Geeks" einige Protagonisten in einen Kleinbus setzen und in einen aufregenden Sommer fahren, ist da diese Befürchtung: Das war doch nicht wirklich das Ende? Nicht nur das Ende der ersten Staffel, sondern das Ende der ganzen Serie. Doch, ist es. "Freaks And Geeks" überlebte Anfang des dritten Jahrtausends nur eine Saison.

Die Serie erzählt die Geschichte vom Heranwachsen in einem amerikanischen Suburb Anfang der 80er Jahre. Im Mittelpunkt stehen der 15-jährige Sam Weir und seine ältere Schwester Lindsay, die auf dieselbe High School gehen. Sam und seine zwei Freunde, die Geeks, beginnen, das andere Geschlecht zu entdecken. Weil sie aber Außenseiter sind, führt das zu mittleren und großen Enttäuschungen. Lindsay, ehemals Mathe-Ass und Schulstreberin, fängt an, sich von ihrem alten Leben und ihren Eltern zu distanzieren und freundet sich mit den Alternativen der Schule an, den Freaks. Auch das führt zu einer Reihe von Verwicklungen.

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Der Zauber dieser Serie hat mehrere Gründe. Für fast alle Charaktere haben Judd Apatow und Paul Feig, die Macher von "Freaks and Geeks", Sympathie übrig, gerade weil all ihre Fehler haben. Lindsays Abkapselungsversuche von ihren Eltern geraten manchmal recht arrogant, ihre Freunde sind treu, aber unzuverlässig, ihr Bruder ist ein Muttersöhnchen, der Vertrauenslehrer nervt schnell. Immer aber hofft der Zuschauer für sie das Beste. Zudem sind die Themen zeitlos und alltäglich. Die erste Liebe, die unerreichbar ist. Streit mit den Eltern, wie laut das Schlagzeug sein oder wie lange die Party dauern darf. Die Frage, wie viel Zeit man in die Schule stecken muss und wie viel fürs Leben übrig bleibt. Wer sich schon der wehmütigen Stimmung von "Wunderbare Jahre" nicht widersetzen konnte, wird "Freaks And Geeks" erliegen.

Wie es sich für eine Kultserie gehört, waren die Quoten so mies, dass die Serie nach einer Staffel abgesetzt wurde. Auch in Deutschland lief die Serie, allerdings erst 2005, mitten in der Nacht in der ARD unter dem Titel "Voll daneben, voll im Leben". Heute aber gilt sie als Geburtsstunde vieler Stars wie Seth Rogen, James Franco, Jason Segel und Linda Cardinelli. Und Judd Appatow wurde danach zum Experten für vordergründig heitere, aber im tiefsten Inneren doch melancholische Comedy-Filme. Im Grunde hat er einfach immer wieder eine neue Staffel von "Freaks And Geeks" produziert.