Klicktipps: Bären singen von der Einsamkeit

Klicktipps : Bären singen von der Einsamkeit

In der Rubrik "Klicktipps" stellen wir Links zu kostenlosen MP3-Downloads, Konzerten, Videos und Indie-Rockbands vor. In dieser Woche sind die Bären los.

Angenommen, alles wäre verloren. Und alles, was dir bliebe, wäre Musik. Angenommen, du würdest in diesem Moment The Mount St. Helen Duet hören. Alles wäre gewonnen. Die elf Stücke von "Songs For Monsters" als Singer/Songwriterfolk zu bezeichnen, wäre hochgradig unzureichend, um die Intensität ihrer ebenso kargen wie tröstenden Lieder zu beschreiben. Das komplette Album kann man kostenfrei (oder zu einem frei wählbaren Preis) von Bandcamp laden. Pflicht für alle, die ein Licht in kalter Nacht suchen.

Aufgrund fehlender Gesichtsmuskeln können Bären nicht lachen. Und auch das Postpunk-Trio Bears! Bears! Bears! hat nicht das Bedürfnis zu übermäßiger Freude. Stattdessen singen sie auf "I Guess We're Both Lonely" geradezu stoisch von der Einsamkeit, die Liebe mit sich bringen kann. Wen das an große Vorbilder wie Interpol oder Joy Division erinnert, liegt so falsch nicht. Auf Soundcloud steht der Track bereit.

TV Girl könnten sein, was Beck in den 90er Jahren war. Denn ebenso latent verpeilt wie manisch verspielt mixt das Duo aus San Diego Sounds der 60er und 70er unbekümmert mit Backbeats zusammen und erschafft daraus einen irrwitzigen Samplekosmos. Beispielhaft dafür steht "She Smokes In Bed" und wirkt dabei, als hätten Deee-Lite die Eleganz von "Mad Men" in aktuellen Dreampop übertragen. Stereogum hält das Stück für alle Liebhaber von Klangkollagen parat.

Letztens ging auf Facebook der Spruch "Der kleine November möchte aus dem Mai abgeholt werden" steil. Nachhaltiger wäre gewesen, wenn alle, die da auf "Gefällt mir" klickten, stattdessen "Mexico" von The Traams geteilt hätten. Weil dieser stürmische Rocksong doch ein viel gelungener Kommentar zu Dingen ist, die sich sowieso nicht ändern lassen. Das Lied des britischen Trios beginnt mit einem Nirvana-Schlagzeug und entwickelt sich zu einem mitreißenden, leicht verstörenden Britrock im Stil von Bloc Party oder The Cribs. Wer will, lädt von Soundcloud.

Die hier vorgestellten und andere Songs hört Ihr bei HerzrasenFM, dem Online-Radiosender des Herzrasen-Magazins.

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