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Satire: Exklusiv und fiktiv — das große Lena-Interview (2/7)

Satire : Exklusiv und fiktiv — das große Lena-Interview (2/7)

Düsseldorf (RPO). Nach dem denkwürdigen Ausgang des Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf verschwand Lena Meyer-Landrut drei Jahre aus der Öffentlichkeit. Nun aber, im Jahr 2014 gibt sie unserem Reporter das erste Interview nach der langen Auszeit. Wir veröffentlichen täglich eine Folge des siebenteiligen Interviews.

Teil 2

Frau Meyer-Landrut, reden wir doch erstmal über ein angenehmes Thema. Den Eurovision Song Contest 2010 in Oslo.

Oh Gott.

Warum?

Ach schon gut. Fragen Sie ruhig.

Deutschland war damals verliebt in Sie. Von dem Moment an, als sie das erste Mal beim Casting von Stefan Raab auftraten.

Ja, schlimm, oder?

Ich war auch verliebt.

Ich habe das ehrlich gesagt nie begriffen. Ich war ein junges Mädchen, ich stand kurz vor dem Abi. Und wollte einfach nur mal ausprobieren, wie weit ich so komme.

Und dann kamen Sie sehr weit.

Das hat mich völlig überfordert, das hatte ich überhaupt nicht gewollt. Nur weil die Leute dachten, ich sei das Mädchen von nebenan, wählten sie mich. Dabei wollte ich nie das Mädchen von nebenan sein. Aber dann steckte ich in diesem Klischee, und Stefan sagte: "Jetzt fall bloß nicht mehr aus dieser Rolle." Und so blieb ich dabei. Ich konnte es nicht glauben, dass ich damit Erfolg hatte, einfach nur normal zu tun. Aber als junges Mädchen will man nicht normal sein, da will man die ganz große Geste. Tja, Pech gehabt. Große Geste abgesagt.

Wie fanden Sie "Satellite"?

Es war nicht so, dass ich ein Würgen unterdrücken musste, wenn ich es sang. Aber meine Freunde hatten Recht. Das ist ja ganz nett, was du da singst, Lena, aber auch nur, weil die anderen Lieder, die so in den Charts auftauchen, noch viel schlimmer sind. Ich habe das genauso gesehen. Man gewinnt ja nicht mit dem besten Song, sondern mit dem, der die Leute am wenigsten stört. So einfach ist das.

Aber das Lied hat die Leute doch regelrecht begeistert.

Das kam Ihnen nur so vor. Die Leute dachten einfach, ich sei das nächste große Ding und zum nächsten großen Ding tanzte man eben ausgelassen.

Trotzdem - als Sie dann in Oslo tatsächlich den Sieg holten, das kann auch Sie nicht kalt gelassen haben.

Natürlich nicht. Ich meine, ich war gerade 19 geworden und plötzlich nennt das halbe Land sein Neugeborenes nach dir. Und du steigst in Hannover, dieser langweiligsten deutschen Stadt aller Zeiten, aus dem Flugzeug, und überall sind Menschen und dann kommt der Bundespräsident auf dich zu und schüttelt dir die Hand.

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Das war ein süßes Bild.

Von wegen. Ich fand es beschämend. Wie der sich an meinen Erfolg hing und etwas von dem Glanz abhaben wollte, den sein Amt offenbar nicht produzierte. Ich fragte ihn, wie er denn "Satellite" gefunden habe. Und er meinte: Was? Und ich meinte: Na Satellite, meinen Song. Und er: Achso, den meinen Sie. Ja, der war super. Der wusste also nicht mal den Titel meines Siegerlieds.

Hatten Sie denn mit dem Erfolg gerechnet?

Nein, natürlich nicht. Wie ich eben schon sagte, ich tat ja wirkliches nichts Besonderes. Mein Gott, ich konnte ja nicht mal Englisch singen, sondern dachte mir einen Fantasieakzent aus, den zumindest alle außerhalb Englands für einen englischen Akzent hielten.

Über Ihren Akzent ist viel gesprochen worden.

Da haben Sie es. Deutschland hatte nichts Besseres zu tun, als jede Kleinigkeit zu diskutieren, die mit meiner Person zusammenhing. Und die Sache mit dem Akzent beschäftigte einige besonders. So what? Es gibt Dinge auf der Welt, die sind wichtiger als die Herkunft eines Akzents. Ich meine, das Universum dreht sich nicht um mich, sondern ich drehe mich ums Universum. Ich sollte plötzlich dafür verantwortlich sein, dass Deutschlands Bild in der Welt wieder so positiv war.

Stimmte das denn nicht?

Fragen Sie mich das wirklich? Wenn ich ausreiche, um das Bild Deutschlands in der Welt zu verbessern, habe ich irgendwas nicht verstanden.

Trotzdem, Stefan Raab und Sie haben Deutschland für einen Moment glücklich gemacht. Was Stefan Raab betrifft...

Ich habe doch gesagt, ich entscheide, wann wir über ihn sprechen.

Nach einer Pause?

Okay. Lassen Sie uns eine Pizza essen gehen.

Reden wir dann auch darüber, was in Australien passiert ist?

Wenn Sie das Thema noch einmal ansprechen, dann!

Die nächste Folge erscheint am Mittwoch.

Leserkommentare

Autor: rprprp| 10.05.11 01:05 (2/5)
Ach du scheiße
warum verwechselt der autor eigentlich jedesmal lustig mit unlustig? diese satire scheitert doch schon daran, dass sie fernab der realität ist. liest das eigentlich jemand außer mir?

Autor: cool123 | 10.05.11 00:05 (1/5)
Grottengrottenschlecht
Wer hat den Praktikanten denn schon wieder laufenlassen? Wegen guter Führung kann der ja kaum entlassen worden sein. Sieht ganz so aus, als hätte Lena ihm mal einen Korb gegeben und nun rächt er sich täglich an ihr. Sofort aufhören bitte.