1. Herzrasen
  2. About a Boy

Satire: Exklusiv und fiktiv — das große Lena-Interview (1/7)

Satire : Exklusiv und fiktiv — das große Lena-Interview (1/7)

Düsseldorf (RPO). Nach dem denkwürdigen Ausgang des Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf verschwand Lena Meyer-Landrut drei Jahre aus der Öffentlichkeit. Nun aber, im Jahr 2014 gibt sie unserem Reporter das erste Interview nach der langen Auszeit. Wir veröffentlichen täglich eine Folge des siebenteiligen Interviews.


Teil 1

Frau Meyer-Landrut, schön, dass Sie wieder zurück sind. Wo waren Sie denn die ganze Zeit?

Weg.

Das habe ich gemerkt. Und wo waren Sie genau?

Weit weg.

Aha.

In einer anderen Zeit in einem anderen Leben.

Entschuldigen Sie meine Bemerkung, aber das klingt, als wären Sie auf einem dreijährigen Drogentrip gewesen.

Vielleicht. Aber es war eine wirklich wichtige Zeit in Australien. Sie hat mein Leben verändert.

Sie waren also in Australien?

Auch, ja. Ach herrje, ich war wirklich überall.

Dann erzählen Sie doch mal der Reihe nach. Was haben Sie gemacht, nachdem Sie diese bittere Niederlage beim Eurovision Song Contest 2011 erlebt haben?

Ach, das ist doch langweilig.

Ich denke, unsere Leser haben ein Recht darauf, das zu erfahren.

Ihre Leser interessieren mich nicht... Entschuldigung, das wollte ich so nicht sagen. Sie wissen doch, ich habe nur schlechte Erfahrungen mit den Medien gemacht.

Kein Problem. Darf ich Sie kurz etwas anderes fragen?

Klar.

Warum sprechen Sie eigentlich nicht so, wie Sie immer sprechen?

Sie meinen dieses "Ihr seid so crazy" und dieser lustige, saloppe Jugendslang? Sie sind albern. Ich musste länger so sprechen, als mir lieb war. Nun verzichte ich lieber darauf.

Das verstehe ich. Zurück ins Jahr 2011. Ich nehme an, nach dem Song Contest waren Sie ziemlich frustriert.

Klar, war ich das. Ich war völlig fertig. So wollte ich nicht abtreten. Nicht, nachdem ich 2010 Europa erobert hatte, als wäre es nichts.

Und dann sind Sie verreist?

Das weiß ich gar nicht mehr so genau, wann das war. Zuerst hing ich noch eine Weile bei meinen Eltern rum, schaute Tatort, aß Nutella-Brötchen, lud Musik aus dem Internet. Bis meine Eltern sagten, ich müsste jetzt unbedingt mal raus aus diesem Sumpf.

Hat Ihnen Stefan Raab in dieser Situation nicht geholfen?

Ich möchte jetzt nicht über Stefan sprechen.

Später?

Vielleicht.

Was war die erste Station Ihrer Reise?

Ach, wie das junge Leute eben so machen. Einfach einen Rucksack gepackt und dann getrampt. So kam ich rum. Holland, Frankreich, Spanien, Schweiz, Italien, Tschechien, Serbien, Türkei. War eine wilde Zeit.

  • "Kreative Krise" : Lena Meyer-Landrut sagt Tour und Album ab
  • Wichtige Fakten zum Wettbewerb : Der Eurovision Song Contest einfach erklärt
  • ESC-Finale in Lissabon : Der Eurovision Song Contest im Public Viewing

Wie meinen Sie das?

Na wild eben, genau so, wie Sie sich das vorstellen. Wobei, ich glaube nicht, dass Ihre Fantasie so weit reicht.

Sie sagten vorhin, Sie seien irgendwann in Australien gelandet.

Genau, Australien. Früher oder später landen da alle jungen Menschen, die einen Rucksack haben und nicht wissen, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen.

Erzählen Sie doch mal.

Sorry, aber wenn Sie sich das nicht in Ihrer Birne vorstellen können, haben Sie Pech gehabt.

Und diese Zeit in Australien hat Ihr Leben verändert?

Habe ich das gesagt?

Ja, vorhin.

Mmm, ich muss mich vertan haben. Manchmal rede ich und weiß gar nicht, was.

Ach kommen Sie, was ist in Australien passiert?

Nichts.

Frau Meyer-Landrut, warum schwitzen Sie plötzlich so stark?

Ich möchte jetzt nicht über Australien sprechen. Wir hatten doch ausgemacht, dass ich die Themen bestimmen darf und auf Fragen antworte, die ich beantworten will.

Also bisher haben Sie fast keine Frage beantwortet.

Das stimmt nicht.

So kommen wir nicht weiter.

Können wir eine Pause machen?

Okay. Reden Sie dann über Australien?

Ich gehe mal kurz vor die Tür.

Der nächste Teil erscheint am Dienstag.