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Wie Kunden den besten Vertrag für ihr Smartphone finden

Jeden Monat Geld sparen : Der Weg zum besseren Handyvertrag

Zu Weihnachten gab es ein Smartphone, nun denken viele Kunden über einen neuen Handytarif nach. Wir erklären, worauf Sie dabei achten müssen.

Zu Weihnachten gab es ein Handy, im neuen Jahr wird  über den neuen Tarif nachgedacht. Nach diesem Motto gestalten viele Kunden ihren Frühjahrsputz beim Handytarif. Wir erklären, worauf sie achten müssen.

Kündigungsfrist merken Die wichtigste Regel für alle Nutzer von Handys, Smartphones oder Tablet-PC mit Mobilfunkarte ist, sich die Kündigungsfrist für den aktuellen Vertrag zu merken, sofern es eine gibt. Wer dann pünktlich den Vertrag beendet, hat zwei Vorteile, sagt der Branchenexperte Henning Gajek vom Portal Teltarif: „Entweder man geht wirklich und erhält dann oft für einen niedrigeren Preis eine höhere Leistung wie etwa mehr  Datenvolumen.“ Oder der Kunde lasse sich ein Angebot zum Bleiben machen, das ebenfalls günstig ist. Die Mühe des Anbieterwechsels bliebe dem Kunden so erspart, obwohl die Mitnahme der Rufnummer mittlerweile auch viel besser funktioniert als früher. „Die Telefonanbieter schätzen treue Kunden“,sagt Gajek: „Doch diese Treue sollten sich Kunden mit Vorteilen vergolden lassen.“ Sein Rat: Man sollte zuerst schauen, welche Angebote die Konkurrenz hat – und dann mit dem Kundendienst des eigenen Anbieters Kontakt aufnehmen.

Online-First Häufig sind im Internet verkaufte Tarife billiger als die im Shop, abgesehen davon, dass Telefonläden aktuell aufgrund der Corona-Pandemie sowieso geschlossen sind. „Der Vertrieb über das Internet ist für die Unternehmen oft günstiger als über einen stationären Vertrieb“, sagt der Duisburger Wirtschaftsprofessor und Mobilfunkexperte Torsten Gerpott: „Davon profitieren häufig auch die Kunden.“

Ende der Klassengesellschaft Noch vor einigen Jahren war der Mobilfunkmarkt scharf getrennt in Kunden mit festen, teuren Zwei-Jahres-Verträgen, die als Beigabe ein Handy bekamen, und der Laufkundschaft, die wenig Umsatz brachte und ihr Konto mit Wertgutscheinen von der Tankstelle, aus dem Supermarkt oder mit Überweisungen immer wieder mühselig auflud. Diese Trennung ist vorbei: Discountmarken wie Congstar (Telekom-Netz), Callya, Otelo (beide Vodafone-Netz) oder Aldi Talk und Blau (beide Telefónica-Netz) bieten ihren Kunden das regelmäßige Abbuchen der Gebühren auch ohne langfristige Bindung an. Ob ein Vertrag jederzeit oder erst nach einer bestimmten Laufzeit gekündigt werden kann, ist relativ frei wählbar. Gegen Aufpreise sind Bausteine wie ein besonders hohes Datenvolumen oder die Beigabe eines Gerätes häufig buchbar.

Nutzerverhalten checken Manche Kunden buchen noch immer Pakete von 200 oder 300 Minuten im Monat für das Handy. Da aber zur Zeit der Pandemie deutlich mehr telefoniert wird, könnte eine Flatrate für Telefonie in alle Netze oft angemessen sein – sie kostet beispielsweise bei Aldi Talk inklusive SMS-Flatrate und drei Gigabyte Daten nur 7,99 Euro für vier Wochen. Die Anrufe innerhalb der EU müssen dabei für den Kunden kostenfrei an ihn weitergeleitet werden, wenn er unterwegs ist. Auch Anrufe aus dem EU-Ausland an Rufnummern in Deutschland sind wegen der EU-Regulierung ohne Aufschlag möglich. Wenn viele Unternehmen also mit dem kostenlosen EU-Roaming werben, stellen sie in Wahrheit einen Punkt heraus, zu dem sie sowieso gezwungen sind.

Datennutzung Kunden müssen ihren Datenverbrauch realistisch einschätzen. Im Schnitt kommen sie mit drei Gigabyte Daten alle vier Wochen aus. Das ergab eine Studie des Vergleichsportals Verivox Ende vergangenen Jahres. Die drei Mobilfunkkonzerne Telekom, Vodafone und Telefónica würden über ihre Eigenmarken jedoch Verträge mit durchschnittlich 23 Gigabyte vermarkten, also dem siebenfachen des von den Kunden benötigten Volumens. „Über die App der aktuellen Telefonfirma lässt sich oft überprüfen wie hoch der Datenverbrauch ist“ sagt Teltarif-Expere Gajek: „Da kann man sich grob dran orientieren.“  Wer allerdings häufiger Streamingdienste oder Videos nutzen wolle, sollte aus seiner Sicht eine Sicherheitsreserve einplanen, obwohl der aktuelle Homeoffice-Trend sogar zu weniger Datennutzung im Handynetz führe. „Wenn die Leute mehr Zuhause sind, nutzen sie ja das heimische W-Lan.“

Stadt/Land Wer viel auf dem Land unterwegs ist, sollte auf die Netzqualität achten, die am besten bei der Telekom ist und am zweitbesten bei Vodafone. Das Telefónica-Netz hat die schlechteste Abdeckung, was aber in den meisten Städten von NRW nicht zu merken ist.

Angebote nutzen In der Tabelle zeigen wir Monatspreise, wie sie Teltarif inklusive Rabatten ausgerechnet hat. Kunden sollten jedoch auch auf Sonderangebote achten: Congstar, die Discountmarke der Telekom, hat aktuell das Datenvolumen der relevanten Tarife kräftig aufgestockt. So erhalten Kunden, die für 20 Euro im Monat den Allnet Flat Tarif M buchen statt der regulären fünf Gigabyte Daten acht Gigabyte –  das ist für Normalsurfer schon ganz gut. Und wer zeitweise einen sehr hohen Verbrauch hat, kann für vier Wochen fünf Gigabyte für fünf Euro Aufschlag dazubuchen. Beim einfachsten Tarif für zwölf Euro kommt ein Gigabyte zusätzlich zum Standard von zwei Gigabye dazu, zwei Gigabyte lassen sich dazubuchen für zwei Euro.

Vollgas? Kunden müssen auf das Übertragungstempo achten:  Im Vodafone-Netz bietet Freenet mit 14,41 Euro den besten Preis für Heavy-User, die zehn Gigabyte Daten erhalten. Aber das Tempo  bei dem Schnäppchen liegt nur bei 21,6 Megabit/Sekunde.  Wer aber einen Euro mehr bezahlt, kann bei Freenet auch ein Tempo von 50 Megabit/Sekunde erhalten. Und für 22,50 Euro im Monat lässt sich ein Tempo von 500 Megabit/Sekunde bei Vodafone direkt buchen. Dieser Tarif heißt Callya Digital und kann alle vier Wochen gekündigt werden. Für 2,99 Euro kann in Deutschland die Zukunftstechnik 5G dazugebucht werden, für 4,99 Euro kann das Datenvolumen um zehn Gigabyte erhöht werden für vier Wochen.