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Megapixel ohne Ende: Wie gut sind Smartphone-Kameras?

Megapixel ohne Ende : Wie gut sind Smartphone-Kameras?

Das 21. Jahrhundert bietet ungeahnte Möglichkeiten. Denn mittlerweile kann man mit fast jedem Handy fotografieren, inklusive Blitzlicht - und die Bilder sogar im Nachhinein bearbeiten. Doch die Experten zweifeln an der Entwicklung.

Sie sind immer knipsbereit in der Hosentasche und können außerdem noch telefonieren: Aktuelle Smartphones werden immer mehr zur Konkurrenz für Kompaktkameras. Doch können Smartphones sowohl Gelegenheitsknipser als auch Hobbyfotografen zufriedenstellen?

"Der größte Vorteil einer Smartphone-Kamera besteht darin, dass sie nicht als separates Gerät mitgeschleppt werden muss", sagt Alexander Kuch vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de".

Durch die Internetanbindung des Telefons kann man die Fotos viel schneller Freunden und Verwandten zeigen, indem man sie zum Beispiel in ein soziales Netzwerk hochlädt. Auch eine einfache Bildbearbeitung zum Einstellen von Helligkeit, Kontrast, Ausschnitt oder Farbgebung ist auf Smartphones inzwischen gut möglich.

Von Auflösung und Zoom

Mit Auflösungen von bis zu 20 Megapixeln versprechen Smartphone-Kameras viel Bildqualität. Ambitionierte Hobbyfotografen stoßen bei der Bilderjagd aber schnell an die technischen Grenzen. "Obwohl viele Smartphone-Fotos bei der Auflösung und der Farbtreue mittlerweile mit denen klassischer Digitalkameras mithalten können, leiden viele Bilder vom Smartphone an tonnen- oder kissenförmigen Verzeichnungen", klagt Kuch.

Einen richtigen optischen Zoom haben die Handykameras in der Regel nicht. Vom digitalen Ersatz für eine analoge Vergrößerung ist Kuch nicht überzeugt: "Der Digitalzoom erlaubt zwar eine Anpassung des Bildausschnitts vor dem Knipsen", sagt der Experte. "Bei einer zu starken Digitalvergrößerung wirken die Fotos anschließend aber pixelig." Einige Smartphones haben zwar inzwischen ein Objektiv mit eingebautem optischem Zoom, allerdings wird das Telefon dadurch deutlich schwerer.

Aber nicht nur das Objektiv, auch die Bildsensoren sind sehr klein. "Das hat zur Folge, dass Fotos fast immer durchgehend scharf sind - die Physik will es so, ein Spielen mit der Unschärfe ist kaum möglich", sagt Jobst Kehrhahn, Redakteur der Computerzeitschrift "c't". So gelingen mit Smartphones keine Fotos, bei dem das zentrale Objekt scharf und der Hintergrund unscharf erscheinen soll.

Desto teurer, desto besser

Die besten Kameras stecken in der Regel in Smartphones der Oberklasse. Einsteigergeräte eignen sich oft nur für anspruchslose Schnappschüsse, nicht für hochwertige Fotos. Das gilt auch dann, wenn der Hersteller mit hohen Megapixel-Werten protzt.

"Je mehr Megapixel man auf einen Winzlings-Sensor packt, desto kleiner ist die Fläche pro Bildpunkt, die Photonen einfängt", erklärt Kehrhahn. Das Resultat sind mehr Bildrauschen oder andere Bildartefakte. Außerdem sind Bilder mit hoher Auflösung zwar schön, aber oft auch groß. Hochgeladen werden solche Fotos am besten nur per WLAN oder per Kabelverbindung zum PC. Ansonsten ist die Datenflatrate des Handytarifs womöglich schnell ausgeschöpft.

Wie gut eine Smartphone-Kamera wirklich ist, lässt sich zum Beispiel mit ein paar Testbildern im Laden überprüfen. "Auch die Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen kann so beurteilt werden", sagt Alexander Kuch. "Das ist manchmal eine Schwachstelle bei Smartphone-Kameras." Die Blitzlichter mancher Modelle haben in der Regel eine sehr kurze Reichweite. Das reicht zwar für Porträtaufnahmen, kann aber keinen ganzen Raum ausleuchten.

Ausrüstung für Profis

Wer viel mit solchen Smartphones fotografiert, braucht aber auch die passende Ausrüstung. Zwar braucht es fürs Handyknipsen keine Objektive und kein externes Blitzlicht. Einige kleine und flexible Stative bringen inzwischen aber eine Halterung für Smartphones mit.

Für das Fotografieren in geschlossenen Räumen ist außerdem die Anschaffung eines separaten Fotolichts denkbar. Vielfotografierer sollten außerdem eine separate SD-Karte für ihre Bilder anschaffen, ansonsten müssen die Fotos den Platz mit Apps, Musik und anderen Speicherfressern teilen. Für Wanderungen und andere längere Trips ist ein zweiter Akku empfehlenswert.

(dpa/anch/csr)