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Smartphone im Test: Realme 7 5G - günstiger Datenturbo mit Kamera-Schwächen

Smartphone im Test : Realme 7 5G - günstiger Datenturbo mit Kamera-Schwächen

Das Realme 7 5G hat als 300-Euro-Smartphone bereits den Datenturbo 5G eingebaut, das ist in dieser Preisklasse noch eher selten. Was das Gerät leistet, zeigt unser Test.

Den Smartphone-Hersteller Realme gibt es in China seit 2018, hierzulande ist die Untermarke von Oppo erst seit diesem Jahr auf dem Markt. Die aktuelle 7er-Reihe kommt in drei Varianten: Dem unter 200 Euro günstigen 7er und den beiden für weniger als 300 Euro angebotenen 7 Pro und 7 5G. Letzteres hatten wir als Testgerät. Das 7 5G ist insofern noch etwas Besonderes, weil es erst wenige Smartphones in der Preisklasse gibt, die den schnellen 5G-Mobilfunkstandard an Bord haben.

Die Vorderseite des Gerätes wird komplett vom Display bedeckt. Der Rand besteht aus Aluminium, die Rückseite aus Plastik - was in dieser Klasse in Ordnung ist. Unser Modell hat die Farbe Baltic Blue. Die verteilt sich auf der Rückseite in Farbverläufen auf zwei Bereiche. Das kann einem gefallen, jedoch ist die Rückseite ohnehin schnell von Fingerabdrücken dermaßen übersät, dass das gar nicht mehr so ins Auge sticht. Ziemlich auffällig ist dafür der Aufdruck des CE-Zeichens, des kompletten Hersteller-Namens, der Modellbezeichnung und des „Made in China“-Hinweises auf dem Plastikrücken. Das sieht etwas billig aus und hätte dezenter aufgebracht werden können.

Entsperren lässt sich das Realme 7 5G mit einer sehr zuverlässig arbeitenden Gesichtserkennung und per Fingerabdruck. Den Scanner für letztere Methode hat Realme jedoch nicht - wie derzeit oft gesehen - unter dem Display versteckt, sondern an der rechten Gehäuseseite in den Powerbutton integriert. Das kennt man etwa von Sony und ist keine schlechte Idee.

Das 6,5 Zoll große Display löst mit 2400 x 1080 Pixel auf. Es leuchtet kräftig, wird jedoch sehr schnell dunkel, wenn man seitlich auf den Bildschirm schaut. Für ein flüssiges Erlebnis sorgt der 120-Hertz-Modus. Dieser kann dauerhaft oder bei Bedarf aktiviert werden, sorgt jedoch für deutlich erhöhten Akkuverbrauch.

Apropos Akku, hier hat sich Realme nicht lumpen lassen und einen 5000-mAh-Kraftspender verbaut. Über den Tag kommt man damit locker. Und falls einem doch mal der Saft ausgeht,  mit dem beiliegenden 30-Watt-Ladegerät ist der Akku schon nach rund 15 Minuten wieder zur Hälfte gefüllt. Bis zu vollen Ladung soll knapp eine Stunde vergehen, das haben wir jedoch nicht überprüft.

Das Kameramodul auf der Rückseite erinnert in Form und Platzierung etwas an das OnePlus 8T. Es beherbergt vier einzelne Kameras. Die Hauptkamera löst mit 48 MP auf und bietet eine Blende 1.8-Blende, ihr zur Seite steht eine 8-MP-Ultraweitwinkelkamera mit einem Erfassungswinkel von 119 Grad. Dazu gesellen sich noch eine 2-MP-Monochromkamera sowie eine für Makroaufnahmen.

Wer das Realme 7 5G nutzt, um tagsüber Fotos zu machen, der mag noch einigermaßen glücklich damit werden. Ein Vergleich mit dem Google Pixel 5 zeigt dann aber die Schwächen der Kamera, wenn das Licht weniger wird. In einem abendlich beleuchteten Zimmer nimmt das Realme das Foto mit Blende 1.8 und einem sehr hohen ISO-Wert von 1835 auf. Die Folge: starkes Rauschen im Bild. Das Pixel 5 zum Vergleich macht das gleiche Foto mit Blende 1.7 und einem ISO-Wert von 379. Das Ergebnis spricht für sich. Im Nachtmodus gibt sich das Realme alle Mühe, kann aber natürlich auch hier nicht dem Google-Gerät mithalten. Der Porträt-Modus hat uns bei der Selfie-Kamera besser gefallen, als bei der Hauptkamera.

Angetrieben wird das Realme von dem Mediathek-Prozessor Dimensity 800U. Der soll laut Messungen von Kollegen eine etwas bessere Performance bieten, als etwa die im Samsung Galaxy A51 oder Xiaomi Redmi Note 9 Pro verbauten Mittelklasse-Prozessoren. Mit an Bord sind 128 GB Haupt- und sechs GB Arbeitsspeicher. Leider läuft das Smartphone nur mit Android 10. Ein drei Gigabyte großes Update hatte bei uns Hoffnungen geschürt, die 11er-Version war dann aber leider nicht im Gepäck. Immerhin verspricht Realme, das Gerät noch bis Android 12 updaten zu wollen, dazu sollen alle zwei Monate Sicherheitspatches kommen. Das wäre doch mal löblich in der Preisklasse.

Fazit: Mit dem 7 5G liefert Realme ein für den Preis ordentliches Smartphone ab. Der Akku ist groß und lässt sich schnell laden, der verbaute Mediathek-Prozessor sorgt für ausreichend Leistung. Und mit 5G ist das Gerät zukunftssicher aufgestellt. Es schluckt wahlweise zwei Sim-Karten oder eine Sim- und eine MicroSD-Karte. Nicht überzeugen konnte die Kamera und auch das Display hat seine Schwächen.

Das Gerät kostet 279 Euro und ist nur in der Farbe Baltic Blue erhältlich. Und weil es offenbar noch immer viele zu interessieren scheint: Ja, das Smartphone hat einen klassischen Kopfhöreranschluss.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Smartphone im Test - das ist das Realme 7 5G