Smartphone im Test: OnePlus 6T - günstiges Premium-Gerät

Smartphone im Test: OnePlus 6T - günstiges Premium-Gerät

Das OnePlus 6T hat einen Fingerabdrucksensor, der direkt in den Bildschirm eingelassen ist. Das wirkt noch immer sehr futuristisch - und macht das Gerät von einem einfach nur soliden Android-Smartphone zu etwas Besonderem. Wir haben es getestet.

Auf den ersten Blick wirkt das OnePlus 6T wie eines von vielen Android-Smartphones: großes Display, typische Bedienung, schneller Prozessor. Doch spätestens wenn der Zeigefinger vergeblich den Fingerabdrucksensor auf dem Rücken des Telefons sucht, merkt man, dass es anders ist. Das OnePlus 6T ist eines der bisher wenigen Smartphones, bei denen das Display selbst den Fingerabdruck lesen kann.

Dafür erscheint bei einem gesperrten Gerät ein rundes Symbol am unteren Ende des Displays. Legt man den Finger darauf, flackert drumherum kurz eine Animation aus grünen und blauen Blitzen auf, ähnlich wie bei einer Plasmakugel - und das Telefon ist entsperrt.

Lange wurde spekuliert, dass Apple an einer solchen Technik für seine iPhones arbeite. Doch der Konzern entschied sich stattdessen für Gesichtserkennung unter anderem mit Infrarot-Sensoren, die vor einem Jahr im iPhone X debütierte.

Der Fingerabdruck-Scanner direkt im Display wird jetzt zur Domäne chinesischer Anbieter. Huawei griff darauf bei seinem Modell Mate 20 zurück, Xiaomi beim Mi 8 Pro oder Meizu beim Smartphone 16th. Jetzt springt auch OnePlus mit der neuen Version seiner 6er-Serie auf den Zug auf.

Man hat sich über die Jahre so sehr an Fingerabdrucksensoren als Hardware gewöhnt, dass es sich ein bisschen wie Science-Fiction anfühlt, einfach den Finger auf den Bildschirm zu pressen. Wird der Scanner nicht gebraucht, ist davon nichts zu sehen - bis vielleicht auf den etwas prominenteren Fettfleck auf dem Display an der Stelle.

Der Displaysensor (Screen Unlock) hat im Vergleich zu klassischen Hardware-Scannern etwas weniger Fehlertoleranz, was die Position des Fingers angeht. Man muss gelegentlich darauf achten, den Kreis genau zu treffen und den Finger in etwa so wie beim Einrichten des Abdrucks zu halten. Dann aber funktioniert das Entsperren meist problemlos und schnell, auch bei feuchten Fingern oder mit einer Schutzfolie. Außer der futuristischen Anmutung ist die Display-Variante allerdings kein wirklicher Gewinn gegenüber der klassischen Version des Vorgängers.

Jetzt verzichtet auch OnePlus auf die Klinkenbuchse

Der OLED-Bildschirm hat eine Diagonale von 6,41 Zoll (knapp 16,3 cm) und mit 2380 mal 1080 Bildpunkten eine Pixeldichte von 402 ppi. Zum Vergleich: Das Huawei Mate 20 Pro kommt auf 538 ppi, das iPhone XS auf 458 ppi. Die Kamera-Aussparung am oberen Bildschirmrand wurde im Vergleich zu dem im Mai vorgestellten OnePlus 6 beim neuen T-Modell nun auf ein Minimum reduziert.

Die klassische Klinkenbuchse für Kopfhörer, an der OnePlus im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern bislang festhielt, ist nun beim 6T verschwunden. Auch die für OnePlus typische Benachrichtigungs-LED ist weg. Dafür hat das Gerät eine etwas größere Batterie erhalten: Die Akkukapazität wurde von 3300 auf 3700 Milliamperestunden (mAh) angehoben. Zwei bisherige Unzulänglichkeiten blieben erhalten: Auch das 6T ist nicht komplett wasserdicht und nicht drahtlos aufladbar. Im Vergleich zum OnePlus 6 ist es etwas schmaler und minimal dicker.

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Wie der direkte Vorgänger hat auch das 6T keinen Steckplatz für eine Micro-SD-Karte, der Speicher kann also nicht erweitert werden. Das sollte bei wahlweise 128 oder 256 GB internem Speicher aber kein Problem sein. Dafür bietet das OnePlus zwei Plätze für Nano-Sim-Karten.

Die Kameraleistung der OnePlus-Telefone wurde in der Vergangenheit gelegentlich als mittelmäßig kritisiert. Das 6T soll hier nun unter anderem mit einem Nachtmodus Punkte sammeln. Alles in allem macht das 6T solide Bilder - kann aber trotz seiner Doppel-Optik nicht mit den enormen Fortschritten mithalten, die etwa Google beim aktuellen Pixel 3 erzielt hat.

Das hat auch ein Vergleich von „Computerbild“gezeigt. Beim Test der Nachtmodi landete das Pixel 3 mit der Note „gut“ klar auf Platz eins, während das OnePlus gemeinsam mit dem ZTE Axion 9 nur auf ein „befriedigend“ kam.

Videos dreht das OnePlus 6T in 4K mit maximal 60 Bildern pro Sekunde.

Als Betriebssystem kommt das neue Android Pie zum Einsatz, allerdings in einer von OnePlus modifizierten Version, die stärker an die klassische Android-Bedienung angelehnt ist als die auf die Steuerung mit Gesten fokussierte Google-Version.

Software werde mit der Zeit immer wichtiger als Unterscheidungsmerkmal zwischen verschiedenen Anbietern werden, sagt OnePlus-Mitgründer Carl Pei. „Der Trend geht dorthin, dass die Frontseite aller Smartphones gleich aussehen wird, weil sie praktisch komplett vom Display ausgefüllt wird.“

Die Preise für das 6T fangen bei 549 Euro an. Dafür gibt es die Version mit 6 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM) und 128 GB Hauptspeicher. Schraubt man den RAM auf 8 GB hoch, steigt der Preis auf 579 Euro. Und mit 256 GB Hauptspeicher werden 629 Euro fällig. Das ist sicherlich kein Schnäppchen, für ein dermaßen ausgestattetes Smartphone aber nicht zu teuer.

Das OnePlus 6T gibt es nun auch als Sonderversion im Stil des Rennstalls McLaren. Das Android-Smartphone hat dafür einen orangen Rahmen und Carbonoptik erhalten. Dazu gibt es eine neue Ladetechnik namens Warp Charge 30, die binnen 20 Minuten genug Strom für einen Tag Benutzung in den Akku quetschen soll. Zusammen mit 10 Gigabyte Arbeitsspeicher gibt es die Sonderversion des 6T für rund 700 Euro.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das Smartphone OnePlus 6T im Test

(mit dpa)
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