Smartphone im Test: Motorola Moto Z3 Play (2018) - dank Moto-Mods-Akku ein echter Dauerläufer

Smartphone im Test: Das Motorola Moto Z3 Play ist ein echter Dauerläufer

Mit dem Moto Z3 Play erweitert Motorola seine Smartphone-Reihe, an die Extra-Module angedockt werden können. Eins davon wird gleich mitgeliefert. Das Moto Z3 Play im Test.

Die Verpackung des Motorola Moto Z3 Play ist etwas zu schwer für das darin befindliche Smartphone. Des Rätsels Lösung befindet sich in einem roten Papp-Umschlag: Ein Extra-Akku in Form eines Moto Mods. Bei den Mods handelt es sich um Module, die auf der Rückseite von Motorola-Smartphones der Z-Serie angedockt werden können, Lautsprecher etwa oder ein Beamer. Das Z3 Play bekommt ein solches Modul also gleich mitspendiert.

Die Play-Versionen bei Motorola sind bekanntlich immer die etwas schwächer ausgestatteten Varianten. Bislang ist das Z3 Play jedoch der Vorreiter der dritten Generation der Z-Reihe. Von dem Topgerät Moto Z3 wird gemunkelt, es könnte im August vorgestellt werden.

Und so kommt das Z3 Play mit einem Mittelklasse-Prozessor von Qualcomm, dem Snapdragon 636. Der reicht - in Kombination mit dem aktuellen Android 8.1 - jedoch völlig aus, um das Gerät in allen Testlagen flüssig zu bedienen. Nennenswerte Ruckler konnten wir keine feststellen - zumal dem Prozessor ordentliche vier GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen.

Der interne Speicher ist 64 GB groß und kann per MicroSD-Karte um satte zwei Terrabyte (TB) erweitert werden. Unter Speichermangel sollten Besitzer also nicht leiden - auch wenn bislang maximal SD-Karten mit 400 GB verfügbar sind. Statt der MicroSD-Karte kann auch eine zweite SIM-Karte im Gerät untergebracht werden.

Ein Glück für Motorola ist das neue gängige Displayformat 18:9. An der Form der Smartphones aus der Z-Serie kann Motorola seit dem Start Mitte 2016 nichts ändern, schließlich müssen die andockbaren Zusatzmodule auf alle Geräte passen. Dadurch hatten die Zs immer ziemlich breite Ränder um die Displays herum. Das ist jetzt erstmals besser geworden, oben und unten sind die Ränder deutlich geschmolzen. Dadurch sieht das Z3 Play deutlich moderner aus.

Das mit FullHD+ (2160 x 1080 Pixel) auflösende Super-AMOLED-Display selbst macht einen guten Eindruck. Farben werden strahlend hell dargestellt, auch bei Sonnenlicht lassen sich die Inhalte auf dem Bildschirm gut erkennen. Neigt man das Smartphone stark zur Seite oder nach unten, bekommt das Display einen leichten Blaustich. Das ist aber kein echter Minuspunkt, denn so schaut normalerweise niemand auf sein Telefon. Beeindruckend ist die Display-Größe mit 6,01 Zoll. Das Z3 Play ist trotzdem nicht größer als beispielsweise das Google Pixel 2 XL, pass also noch problemlos in die meisten Hosentaschen.

  • Fotos : Honor 10 View - fast ein Oberklasse-Smartphone für 500 Euro

Bei der Entwicklung des Z3 Play kam irgendwann die Frage auf: Wohin mit dem Fingerabdrucksensor? Die Rückseite fällt wegen der dort platzierbaren Moto-Mods-Zusatmodule aus, diese würden den Sensor verdecken. Weil der untere Rand sehr schmal geworden ist, hat man sich für einen eher ungewöhnlichen Platz entschieden: den rechten Rand. Das kennt man von Sony-Smartphones. Eine gute Wahl, der Sensor ist sowohl für Rechts-, als auch für Linkshänder gut erreichbar und reagiert schnell und zuverlässig.

Das Gehäuse ist sehr gut verarbeitet. Vorn und hinten besteht es aus Glas, der umlaufende Rand aus Aluminium. Schade, dass Motorola keine Abdeckung für die Rückseite mit in die Packung gelegt hat. Zwar sieht das Glas durchaus hübsch aus, jedoch liegen im unteren Bereich der Rückseite die goldfarbenen Anschlüsse für die Zusatzmodule offen. Außerdem steht die Kamera - wie bei allen Z-Geräten - recht weit aus dem Gehäuse hervor.

Apropos Kamera. Auf der Rückseite hat Motorola eine Doppelkamera verbaut, die mit 12 MP auflöst. Das ermöglicht etwa den mittlerweile bekannten Bokeh-Effekt, heißt: Bei Porträtaufnahmen wird die Person scharf dargestellt, der Hintergrund verwischt. Vor dem Fotografieren lässt sich über einen Schieberegler einstellen, wie stark das Verwischen ausfallen soll. Das Ergebnis ist in vielen Fällen okay, aber ganz sauber arbeitet die Software nicht. In den Randbereichen zwischen Porträt und Hintergrund kommt es öfter zu Unschärfen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es sich beim Z3 Play um ein Mittelklassegerät handelt.

Die normalen Fotos der Kamera können sich aber sehen lassen. Bei Tageslicht hat das Z3 Play keinerlei Probleme, auch bei bewölktem Himmel gelingen noch gute Aufnahmen. Je weniger Licht zur Verfügung steht, desto mehr leidet die Qualität der Aufnahmen. Verglichen mit anderen Smartphones der Unter-500-Euro-Klasse macht das Z3 Play hier aber eine gute Figur.

Für Leute, die sich häufig fern von Steckdosen aufhalten, ist das Moto Z3Play in Kombination mit dem beigelegten Akku-Mod eine gute Wahl. Kann schon der fest verbaute Stromspender mit 3000 mAh Kapazität glänzen, hält das Gerät mit dem angedockten Zusatzakku auch schon mal ein Wochenende durch.

Fazit: 499 Euro für das Z3 Play sind sicherlich kein Pappenstiel, da findet man etwa bei Honor oder Nokia durchaus günstigere Geräte. Doch die Kombination mit dem Zusatzakku macht das Z3 Play zu einem echten Dauerläufer, für viele sicherlich ein Kaufargument. Außerdem lassen sich an die Moto-Mods-Schnittstelle viele weitere Module andocken, ein Alleinstellungsmerkmal auf dem sonst doch sehr homogenen Smartphonemarkt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Motorola Moto Z3 Play - Dauerläufer-Smartphone

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