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OnePlus 8T im Test - 600-Euro-Smartphone ist Meister im Schnellladen

Neues Modell im Test : OnePlus 8T - 600-Euro-Smartphone ist Meister im Schnellladen

Das OnePlus 8T löst nach nur einem halben Jahr seinen Vorgänger ab. Das neue Smartphone bietet mehr und ist günstiger als sein Vorgänger. Was das 8T besser macht als das 8er und ob der Kauf lohnt, zeigt unser Test.

Es ist eine übliche Taktik bei OnePlus, nach rund einem halben Jahr eine aufgefrischte Version seines Top-Smartphones vorzustellen. Kleine Abweichung von dieser Regel in diesem Jahr: Die Topversion OnePlus 8 Pro bekommt kein Update. Der Hersteller begründet das damit, dass das Pro noch immer zu den Spitzengeräten am Markt gehört und folglich nicht verbessert werden müsse. Eine Einschätzung, die wir durchaus bestätigen können.

Allzu viel hat sich nicht getan beim 8T. Wie beim Vorgänger ist das Display 6,55 Zoll groß, kann jetzt aber mit einer von 90 auf 120 Hertz gepimpten Wiederholrate aufwarten. Wenn man ganz genau hinschaut, läuft das System damit etwas flüssiger und reagiert noch schneller auf Interaktionen. Damit hat das Display mit dem großen Bruder gleichgezogen. In den Einstellungen kann auf 60 Hertz gewechselt werden. Wer dabei keinen nennenswerten Unterschied feststellt oder trotzdem damit leben kann, der wird bei 60 Herzt mit einer längeren Akkulaufzeit belohnt. Also einfach mal ausprobieren.

Etwas schlechter als beim Pro ist die Auflösung, Full HD+ statt QHD+. Aber 2400 mal 1080 Pixel ergeben immer noch eine Pixeldichte von 402 ppi, da ist der Verzicht auf QHD+ absolut verschmerzbar. Der Bildschirm überzeugt mit hoher Leuchtkraft, die Farben sind kräftig und auch bei der Blickwinkelstabilität gibt es nichts zu meckern.

Übertroffen - aber das ist natürlich rein subjektiv - hat das 8T das Pro mit seinem flachen, nicht zu den Seiten abgerundeten Display. Das hat uns schon immer besser gefallen. Etwas störend: Bringt man die beim Testgerät mitgelieferte Schutzhülle an, entsteht am Rand eine kleine Kante. Die kann die vom Rand zur Mitte ausgeführte Zurück-Wischgeste behindern. Vorteil der Hülle: Das Gerät wackelt auf dem Tisch nicht mehr, weil die leicht herausstehende Hauptkamera damit eben eingebunden wird.

Unser Testgerät in silber mit 8GB RAM und 128 GB Hauptspeicher - und einer coolen Tech-Hülle mit 3D-Effekt. Foto: Christoph Schroeter

Spitzenklasse bietet das 8T unter der Haube. Wie auch schon beim 8er und beim 8 Pro arbeitet dort Qualcomms Top-Chip Snapdragon 865 zusammen mit wahlweise acht GB RAM und 128 GB Hauptspeicher oder zwölf GB RAM und 256 GB Hauptspeicher. Damit laufen alle Apps und auch anspruchsvolle Spiele superflüssig, Multitasking flutscht nur so und das Gerät wird auch bei Beanspruchung kaum warm.

Ein Highlight des 8T ist die Ladegeschwindigkeit. Das Ladegerät liefert und das Gerät unterstützt eine Leistung von 65 Watt, damit ist der 4500-mAh-Akku in sagenhaften 40 Minuten voll. Zum Vergleich: Apples iPhone 12 arbeitet mit 20 Watt, schafft in 30 Minuten etwa 50 Prozent Befüllung. Das ist ein dickes Plus für das 8T. Auch die Laufzeit kann sich sehen lassen. Bei normaler Nutzung sind anderthalb Tage locker drin. Was das Gerät leider nicht unterstützt, ist kabelloses Laden. Das bleibt dem Pro-Modell vorbehalten.

Die Verarbeitung des 8T ist gut, so wie man das von OnePlus gewohnt ist. Es kommen hochwertige Materialien zum Einsatz, kratzfestes Gorilla-Glas auf der Rückseite, ein glänzender Metallrahmen am Rand. Das Glas auf der Rückseite unseres silbernen Testmodells war in Matt gehalten. Das sieht - Geschmackssache - nicht nur edler aus, es zeigt auch weniger Fingerabdrücke an. Das grüne Modell hat eine glänzende Rückseite und soll da, so berichten Kollegen, deutlich anfälliger sein. Etwas unverständlich bei einem Topmodell in der heutigen Zeit: Dem 8T fehlt die IP-Zertifizierung, es ist also offiziell nicht wasserdicht.

Schließlich noch die Kamera - für viele Kunden eines der wichtigsten Kaufargumente bei einem neuen Smartphone. Das Kameramodul auf der Rückseite hat sich von rund (OnePlus 7T), länglich (OnePlus 8) nun zu einer rechteckigen Form gewandelt. Und es sitzt nicht mehr mittig, sondern links oben. Vier Linsen sind verbaut, von denen aber nur zwei wirklich benötigt werden. Der Sensor der Hauptkamera - der von vielen Herstellern genutzte Sony IMX586 - kam auch bereits im 7T und im 8 zum Einsatz. Er bietet 48 MP Auflösung. Standardmäßig ist eine 12-MP-Auflösung aktiviert, die jeweils vier Pixel zu einem zusammenfasst. Das sorgt für eine bessere Lichtausbeute und einem größeren Dynamikumfang.

Das 8T kommt mit einer Quad-Kamera auf der Rückseite. Foto: Christoph Schroeter

Die Blende der Hauptkamera wurde von 1,75 auf 1,7 verbessert, bei der 16-MP-Ultraweitwinkelkamera von 2,5 auf, 1,2. Zudem kann Letztere nun einen Bereich von 123 Grad erfassen, zuvor waren es 116, ist also noch weitwinkliger.

Die Fotos bei Tageslicht haben eine sehr gute Qualität, die Farben kommen gut rüber. Wird es dunkel, kann der Nachtmodus aktiviert werden. Die Ergebnisse sind okay, kommen aber nicht an das Google Pixel 5 heran (>>>hier unser Test). Schade nach wie vor: Als Bild-Format lassen sich nur 4:3, 1:1 und 20:9 einstellen. Das häufig gebrauchte 16:9-Format gibt es nicht.

Eine Telelinse sucht man leider vergebens, was wir beim Heranzoomen schmerzlich vermisst haben. Stattdessen hat OnePlus noch eine Makro- und eine Monochrome-Linse verbaut. Die Makrolinse lässt einen sehr nah an Objekte herangehen und macht dann auch passable Fotos, jedoch nur mit einer 5-MP-Optik. Da bleiben Details auf der Strecke. Die Monochrome-Optik sammelt lediglich Informationen beim Einsatz von Filtern. Die hätte man besser weggelassen und dafür eine Tele-Optik eingesetzt wie beim 8 Pro.

Als Betriebssystem ist auf unserem Testgerät Anfang Dezember Oxygen OS 11.0.4.5. im Einsatz, das auf Android 11 basiert und uns sehr gut gefällt. Endlich hat OnePlus auch ein Always-On-Display eingeführt, das viele Nutzer lange vermisst haben.

Leider ist OnePlus mit dem Android-Sicherheitsupdates nicht gerade auf dem neuesten Stand, am 6. Dezember ist dort nur der Patch vom 1. Oktober installiert. Das Pixel 5 etwa ist auf Stand November, in wenigen Tagen soll das Dezember-Update kommen.

Bei entsprechender Mobilfunkversorgung bucht sich das 8T ins 5G-Netz ein. Im WLAN wir der schnelle Wifi-6-Standard unterstützt. Ferner an Bord sind Bluetooth 5.1, NFC sowie USB 3.1. Eine Klinkenbuchse gibt es nicht. Der Fingerabdrucksensor sitzt unter dem Display und verrichtet seine Arbeit schnell und präzise. Eine Entsperrung ist auch per Gesichtserkennung möglich, wenn diese auch in Corona-Masken-Zeiten etwa an der Supermarktkasse umständlich ist.

Fazit: Mit dem 8T hat OnePlus ein solides Update seines 8er-Modells hingelegt. Es ist in der Performance nicht schneller geworden, dafür lädt es jetzt mit einer fast konkurrenzlosen Geschwindigkeit. Mit dem Akku kommt man völlig problemlos über den Tag. Das Display ist nun auf dem Niveau des Pro-Modells, auch die Kamera liefert vergleichbare Ergebnisse, wenn auch das Tele fehlt. Was auch fehlt, ist das kabellose Laden und wasserfest ist das 8T auch nicht.

Spaß macht die OnePlus-Bedienoberfläche Oxygen in der Version 11. Sie orientiert sich weitgehend am puren Android, bietet jedoch einige nützliche Extras. Updates für das 8T verspricht OnePlus bis 2022, also kommen noch Android 12 und Android 13 auf das Gerät.

Die Variante mit 8 GB RAM und 128 GB Hauptspeicher kostet 599 Euro, die 12/256-GB-Version 699 Euro. Alternativen sind das etwas kompaktere Google Pixel 5 oder das Samsung Galaxy S20 FE.