Fake-Mailboxnachrichten und Co. So schützen Sie sich vor neuen Betrugsmaschen per SMS

Düsseldorf · Die Tricks von Betrügern werden immer perfider: Sie geben sich per SMS als Paketdienste aus, kündigen Mailbox-Nachrichten an oder behaupten, die Rufnummer werde deaktiviert. Doch wie erkennt man solche Fake-Nachrichten? Und wie kann man sich schützen?

 Immer häufiger versuchen Betrügerinnen und Betrüger, Daten per SMS abzugreifen.

Immer häufiger versuchen Betrügerinnen und Betrüger, Daten per SMS abzugreifen.

Foto: dpa-tmn/Karl-Josef Hildenbrand

Eigentlich wird die SMS immer unbeliebter. Verschickten die Deutschen im Jahr 2012 noch rund 60 Milliarden solcher Kurznachrichten, waren es zehn Jahre später laut Bundesnetzagentur nur noch 5,8 Milliarden. Pro aktiver SIM-Karte sollen es gerade einmal fünf SMS im Monat gewesen sein. Kein Wunder, wenn man sich die Nutzungszahlen von Online-Diensten so anschaut: Whatsapp zog 2022 beispielsweise 44 Millionen Menschen in Deutschland an, wie das Marktforschungsunternehmen Business of Apps ermittelt hat.

Trotzdem lässt sich die SMS nicht vollständig aus unserem Alltag wegdenken – schließlich bekommen wir eine, wenn Oma auf die Mailbox gesprochen hat, wir neues Guthaben auf die Prepaidkarte geladen haben oder uns bei einem Online-Dienst mit unserer Handynummer verifizieren müssen. Deshalb nutzen wohl auch Betrügerinnen und Betrüger immer häufiger SMS, um an Daten zu kommen. „Smishing“ nennt sich dieses Phänomen.

Welche Betrugsmaschen sind im Umlauf?

Inzwischen sollte man am besten bei jeder SMS, die einen erreicht, skeptisch sein. Denn die Kreativität der Täterinnen und Täter scheint grenzenlos. Verbraucherschützer haben vor allem zwei Phänomene in den vergangenen Wochen häufiger beobachtet: Entweder schrieben die Betrügerinnen und Betrüger, dass die Rufnummer deaktiviert sei oder dass es eine neue Mailboxnachricht gebe. „Lieber Kunde, Ihre Rufnummer wird deaktiviert. Für weitere Nutzung klicken Sie hier: *Link*“, lautet eine Nachricht, die den Verbraucherschützern im Dezember vergangenen Jahres gemeldet wurde; der angegebene Link führt nicht auf die Internetseite des Mobilfunkanbieters – ein offenkundiger Betrugsversuch also. In einer anderen SMS Mitte Januar hieß es: „Ihre o2 Simkarte läuft Heute aus. Verlängern Sie Ihre Simkarte unter: *Link*. Ihr o2 Team“. „Zwar sind die Schreibfehler in dem Fall ein Hinweis, doch wenn man müde oder gestresst ist oder die Nachricht nicht aufmerksam liest, kann es sein, dass man den Link trotzdem anklickt“, sagt Digitalexperte Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale NRW.

In anderen SMS, die auf den ersten Blick echt wirken, steht: „Sie haben einen verpassten Anruf“ oder „Neue Voicemail“ – dazu ein Link, der zu einer App führt, die man installieren soll. „Diese Anwendung könnte Daten von Ihrem Smartphone kopieren oder SMS über ihre Nummer verschicken, deshalb sollten Sie das auf keinen Fall tun“, sagt Mormann.

Welche Betrugsversuche gibt es im Namen von Vodafone?

Häufig täuschen Betrügerinnen und Betrüger auch vor, dass es Probleme mit dem Mobilfunkanbieter gebe. Als Absender wird beispielsweise Vodafone angezeigt. Besonders perfide: Eine SMS, die dem Empfänger oder der Empfängerin weismachen will, dass er oder sie eine Vodafone-App installieren soll, um die Drittanbieter-Sperre aufzuheben und so eine andere App im Playstore herunterzuladen.

Wie kann ich solche SMS im Vorhinein verhindern?

Am besten installiert man die entsprechende Mailbox-App des Anbieters, um nicht mehr auf SMS angewiesen zu sein. Es kann zusätzlich helfen, in den Einstellungen festzulegen, dass man nur noch Kurznachrichten von eingespeicherten Kontakten empfangen möchte, und einen Spam-Filter für SMS zu installieren.

Wie kann ich mich schützen, wenn ich eine Betrüger-SMS bekommen habe?

Ganz wichtig: Niemals auf unbekannte Links klicken! Mailbox-Nachrichten werden übrigens immer von derselben Nummer des Mobilfunkanbieters angekündigt und man ruft sie über eine Telefonnummer ab, nicht über einen Link. Hat man trotzdem draufgeklickt, sollte man nicht zustimmen, eine neue App zu installieren. „Antworten Sie auch niemals auf unbekannte SMS, sondern löschen Sie sie einfach“, sagt Mormann. Man kann die Nummer auch sperren, aber das bringt nicht viel, denn Betrügerinnen und Betrüger verschicken Ihre Nachrichten meistens von vielen verschiedenen Nummern aus. Wer seine Apps und ein Virenschutzprogramm regelmäßig aktualisiert, eine Drittanbietersperre installiert und die Möglichkeit deaktiviert, Apps aus unbekannten Quellen zu installieren, hat eine höhere Chance, von Betrüger-SMS verschont zu bleiben.

Was kann ich tun, wenn ich die schädliche App heruntergeladen habe?

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, erst einmal den Flugmodus einzuschalten, damit die installierte App keine weiteren Daten versenden kann. Dann macht man am besten Screenshots, um bei der Polizei Anzeige zu erstatten, deinstalliert die Smartphone-Anwendung und informiert den Mobilfunkanbieter.

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