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Snapchat: Ärger von US-Behörde FCC wegen Datenlecks

Deutlicher Rüffel von US-Behörde : WhatsApp-Konkurrent Snapchat hat ein Datenschutz-Problem

Hauptargument für die Messenger-App Snapchat ist eigentlich deren Sicherheit. Sie schützt die Privatsphäre dadurch, dass sich Bilder und Nachrichten kurz nach dem Betrachten von selbst zerstören. Doch gerade Snapchat hat sich jetzt einen Rüffel eingefangen, weil das Unternehmen zu lasch mit Datenschutz und Sicherheit umgegangen sein soll.

Snapchat ist besonders bei Jugendlichen beliebt, denen Chat-Apps wie WhatsApp oder der Facebook Messenger zu unsicher sind. Chatverläufe, Fotos oder Videos können bei letztgenannten schnell in alle Himmelsrichtungen verteilt werden und man verliert als Besitzer die Kontrolle darüber.

Anders bei Snapchat. Ein dort geteiltes Foto, eine Nachricht oder ein Video besitzen immer ein Ablaufdatum. Schon wenige Sekunden nach dem Betrachten sollen sich die Einträge von selbst löschen, auf Nimmerwiedersehen. So das Versprechen.

Das ist aber offenbar in einigen Fällen nur die schöne Theorie. Die amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) wirft dem Unternehmen nun vor, ihre Nutzer mit der Behauptung in die Irre geführt zu haben, über den Dienst versendete Fotos und Nachrichten würden nicht gespeichert und nach dem Lesen verschwinden.

Vielmehr könnten Fotos über Apps von Drittanbietern gespeichert werden. Snapchat müsse seine Nutzer darüber informieren, forderte die Behörde und drängte das Unternehmen zu einem Vergleich. Ein Datenschutz-Experte wird dem App-Entwickler nun 20 Jahre lang auf die Finger schauen.

Außerdem offenbare sich die App bei genauerem Hinsehen als Datensammlerin: Die Android-Version soll ungefragt Ortsdaten der Nutzer an Snapchat weitergeleitet haben, obwohl in der Privacy Police der App das Gegenteil behauptet wird.

"Wenn eine Firma mit dem Schutz der Privatsphäre und Sicherheit wirbt, dann muss sie diese Versprechen auch einhalten", so FTC-Chefin Edith Ramirez.

"Einige Dinge haben nicht die Aufmerksamkeit erfahren, die ihnen zugestanden hätte", erklärte Snapchat in einem Blogeintrag. Dazu gehöre die präzisere Kommunikation mit den Nutzern. Die Formulierungen seien bereits großteils geändert worden. "Und wir investieren weiterhin kräftig in Sicherheit und Gegenmaßnahmen, um Missbrauch vorzubeugen."

Snapchat war im vergangenen Jahr explosiv gewachsen und soll ein drei Milliarden Dollar schweres Kaufangebot von Facebook ausgeschlagen haben. Das Versprechen, dass die Fotos nach dem Ansehen für immer verschwinden, verleitet vor allem Jugendliche oft zu offenherzigen Bildern.

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(csr)