MWC 2019 - Nokia, Huawei und Sony bringen neue Smartphones auf den Markt

Mobile World Congress 2019 : Das sind die neuesten Smartphone-Trends aus Barcelona

Auf dem Mobile World Congress stellt die Branche neue Modelle vor. Ungewöhnliche Technik ermöglicht neue Konzepte, etwa bei Huawei und Nokia.

Zwei Trends beherrschen den am Montag offiziell eröffneten Mobile World Congress in der katalanischen Millionenstadt: Noch aufwändigere Smartphones und künftige Investitionen in neue 5G-Netze machen den Mobilfunk teilweise deutlich teurer.

Gleichzeitig gibt es bei den meisten Smartphones immer mehr Leistung für weniger oder gleich viel Geld. „Es ist interessant, welche Qualität die Unternehmen auch in Geräte jenseits der echten Oberklasse stecken“, sagt Holger Neinhaus von der Unternehmensberatung SMP.

Ein Beispiel für diesen Trend ist das 349 Euro teure Sony Xperia X10, das Filme im ungewöhnlichen 21:9 Format zeigen kann. Der Bildschirm ist brillant, die Kamera gut, der Speicher kann nachgerüstet werden. Da gibt es wenig Grund, das 600 Euro teurere Schwestermodell Xperia 1 zu kaufen.

Das finnische Unternehmen HMD Global hat die einst erfolgreichste Handymarke Marke Nokia wiederbelebt. Für rund 100 Euro bringt die Truppe früherer Nokia-Manager das Nokia Plus auf den Markt, das immerhin eine Acht-Megapixel-Kamera und eine austauschbare Gerätehülle hat. Für noch sparsamere Kunden gibt es das Nokia 310 für nur 30 Euro. Es ist ein Klapphandy fast nur zum Telefonieren. Spannend: Die Akkulaufzeit soll einen Monat betragen.

Gleichzeitig wagt HMD mit dem Nokia 9 Pure View einen ungewöhnlichen Sprung. Drei Zwölf- Megapixel-Schwarzweiß-Kameras und zwei Zwölf-Megapixel-Farbkameras hat das rund 700 Euro teure Gerät auf der Rückseite, deren Aufnahmen dann vom Rechenchip zu einem Bild zusammengefügt werden. Sofern die Lichtverhältnisse gut sind, schießt das Nokia 9 sogar vier Fotos hintereinander von einem Motiv. Aus 240 Megapixeln an Material wird dann das optimale Bild zusammengerechnet.

Noch auffälliger unter den Messe-Innovationen ist das aufklappbare Mate X von Huawei, Chinas führendem Technologiekonzern. Es soll 2299 Euro kosten, ist also das teuerste Handy der Welt, dafür mit exzellenter Kamera, einem Funkmodul auch für 5G, massenhaft Speicherplatz und extrem schnellem Rechenchip.

Im Gegensatz zum schon vor wenigen Tagen vorgestellten Samsung Galaxy Fold, das rund 2000 Euro kosten wird, hat das Mate X nur ein einziges großes Display, das beim Zusammenklappen des Smartphones in zwei kleinere aufgeteilt wird.

Und während das Galaxy Fold zusammengeklappt klobig wirkt, ist das Huawei gefaltet nur 1,1 Zentimeter dick. Das Mate X fällt dann nach dem Aufklappen aber deutlich größer aus als das Galaxy Fold. Letzteres hat im ausgeklappten Zustand 7,3 Zoll. Das Huawei-Gerät bringt es auf eine Bildschirmdiagonale von acht Zoll – soviel wie ein iPad-Mini.

Smartphone-Neulinge_WIRT. Foto: RP/Grafik: Podtschaske , Alicia

Die große Frage ist, ob die Klapptechnik sowohl beim Mate X wie beim Galaxy Fold die Dauernutzung der Kunden aushalten werden. Telekom-Vorstand Claudia Nemat hält es jedenfalls für gut denkbar, dass die aktuell noch extrem teuren Klapptelefone sich zum Massenprodukt entwickeln könnten: „Zum Produktstart sind Innovationen oft sehr teuer. Aber dann sehen wir schnell andere Preise.“

Kunden müssen aber vorsichtig sein: Bei der Vorführung in Barcelona achteten die Huawei-Manager darauf, dass kein Journalist den Klappmechanismus und die Bildschirmteile ernsthaft auf Stabilität überprüfen konnte. Offensichtlich wurden in Barcelona nur einzelne Prototypen gezeigt. Die Produktion beginnt erst im Sommer, der Verkauf dann Ende des Sommers. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass das hochgelobte Gerät am Ende als Massenprodukt doch noch ein Reinfall wird.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die neuen Smartphone-Modelle 2019

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