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Tipps gegen Späh-Software und Handy-Viren: Kann ich mein Handy vor der NSA schützen?

Tipps gegen Späh-Software und Handy-Viren : Kann ich mein Handy vor der NSA schützen?

Der US-Geheimdienst NSA hört in Europa millionenfach Telefongespräche ab. Jetzt soll sogar das private Mobiltelefon der Kanzlerin betroffen sein. Was kann Otto-Normal-Bürger tun, um sein Handy sicher zu machen? Hat überhaupt er eine Chance?

Wirklichen Schutz gegen das Abhören bieten nur Hochsicherheitstelefone, die mehrere tausend Euro kosten - und die beide Gesprächspartner besitzen müssen.

Trotzdem sollten Smartphone-Besitzer vorsichtig sein: Weil die kleinen Wundergeräte immer mehr können und ständiger Begleiter des Menschen geworden sind, geraten sie immer mehr ins Visier von Cyberkriminellen.

Sind Smartphones generell durch Viren oder Angriffe von außen gefährdet?

Ja, denn Smartphones sind im Prinzip kleine Computer. Deshalb können sie auch angegriffen, ausspioniert oder gekapert werden. Schadprogramme, die sich gegen Multimedia-Handys richten, sind auf dem Vormarsch - egal welches Betriebssystem genutzt wird. Bislang besonders betroffen sind Telefone mit dem Google-System Android, denn es ist am weitesten verbreitet.

Hier finden Sie Infos zu: Spy Software, so einfach geht überwachen

Welche Gefahren drohen meinem Smartphone?

Die Gefahren sind ähnlich wie bei Computern. Schädlinge können Daten ausspionieren, Identitäten und Passwörter abgreifen. Auch können sie zumindest teilweise das Kommando über Smartphones übernehmen. Besonders heikel bei Smartphones sind die Telefon- und SMS-Funktion sowie die oft eingebaute Satellitennavigation. So sind bereits Schädlinge aufgetaucht, die im Hintergrund kostenpflichtige SMS versandt haben oder teure Nummern anwählen. Auch können die Kontakte abgegriffen werden.

Was kann ich tun, um mein Smartphone zu schützen?

Schutzsoftware wie Anti-Viren-Programme für Smartphones sind von großen namhaften Firmen sowie von kleineren Herstellern zu finden. Sie bieten Apps an, die sich direkt auf dem Smartphone installieren lassen. Oft sind die Programme sogar kostenlos. Nützlich sind die Apps vor allem, wenn sie Funktionen beim Verlust von Smartphones bieten.

Was muss ich bei Apps beachten?

Bei den Miniprogrammen müssen Nutzer grundsätzlich vorsichtig sein. Sie sollten keine Programme aus unbekannten Quellen zulassen - das ist auf den Telefonen meist sowieso standardmäßig deaktiviert. Zudem geben Apps bei der Installation an, welche Rechte sie anfordern. Verlangt etwa ein Spiel Zugriff auf SMS oder GPS, sollten Nutzer stutzig werden.

Gibt es Tipps für Anrufe, SMS, E-Mails und andere Nachrichten?

Gegen das Abhören von Telefonaten können sich Nutzer im Prinzip nicht wehren. Während SMS noch vergleichsweise sicher sind, werden die Nachrichten zahlreicher sogenannter Messenger - wie zum Beispiel beim beliebten Programm WhatsApp - häufig komplett unverschlüsselt übertragen. Das gleiche gilt im Allgemeinen bei E-Mails. Solche Daten können Kriminelle vergleichsweise einfach abfangen. Vorsicht ist vor allem bei offenen WLAN-Netzen zum Beispiel in Cafés geboten: Auch hier lassen sich unverschlüsselte Daten leicht abfangen. Abhilfe schaffen sogenannte VPN-Verbindungen. Dafür gibt es zahlreiche Apps und Internetdienste - die guten Anbieter kosten aber Geld.

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Wie kann ich mich für den Fall des Verlusts meines Smartphones schützen?

Geht ein Smartphone verloren, sind auch viele Daten weg - und befinden sich dann vielleicht sogar in der Hand eines unehrlichen Finders. Smartphones sollten daher unbedingt mit einem Code gesperrt werden, zusätzlich zur Geheimnummer der SIM-Karte. Neue Android-Telefone lassen sich zudem mit einer Option, die Nutzer allerdings extra aktivieren müssen, orten und sperren; die Daten darauf lassen sich löschen. Diese Funktion beherrschen auch zahlreiche Sicherheits- und Anti-Viren-Apps.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "Stop Watching us" – Stars protestieren gegen NSA

(AFP)