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iPad und iPhone: Apple iOS 14 ist da - und hat viel Neues zu bieten

Für iPad und iPhone : Apple iOS 14 ist da - und hat viel Neues zu bieten

Bei der Vorstellung neuer Apple-Produkte hatte Apple-Chef Tim Cook neben iPads und Apple Watches auch iOS 14 angekündigt. Nun ist es da und bringt einige Neuerungen mit.

Nach knapp zwei Monaten Beta-Test hat Apple iOS 14 für alle Nutzerinnen und Nutzer veröffentlicht. In der Regel melden iPhones und iPads von selbst, dass ein Betriebssystem-Udpate verfügbar ist. Das sollte auf allen Apple-Mobilgeräten der Fall sein, die auch schon für iOS 13 beziehungsweise iPadOS geeignet waren. Dann muss man nur noch auf „Jetzt installieren“ tippen.

Wer die Aktualisierung noch nicht angeboten bekommen hat, sollte alternativ Folgendes tun: Das Gerät ans Ladegerät anschließen, WLAN aktivieren und dann auf „Einstellungen/Allgemein/Softwareupdate“ gehen. Dann auf „Laden und installieren“ tippen.

Falls in den Einstellungen unter „Allgemein/Softwareupdate/ Automatische Updates anpassen“ beim Eintrag „iOS-Updates installieren“ der Schiebeschalter auf Grün steht, kann es auch sein, dass sich das iPhone oder iPad über Nacht automatisch aktualisiert hat oder das noch tut.

Übersichtlich: Die neue App-Bibliothek in iOS 14. Foto: dpa-tmn/Apple

Und was hat sich geändert? Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Widgets: Neben überarbeiteten App-Symbolen sind Widgets neu dabei, wie man sie schon von Android kennt. Das sind Teilfunktionen von Apps, die ständig in einer Kachel auf dem Homescreen laufen, auch wenn die App gar nicht geöffnet ist. Das kann etwa der Posteingang sein oder das Wetter in der Heimatstadt.
  • Bild-in-Bild & Bibliothek: Neu ist auch die Möglichkeit, ein Video in einem schwebenden Fenster weiterzuschauen, während man andere Apps öffnet. Für Apps gibt es zudem eine durchsuchbare Bibliothek, damit sich nicht alle installierten Anwendungen, auf die man zugreifen möchte, auf dem Homescreen drängeln müssen. Darin sind alle Apps thematisch in Ordnern sortiert.
  • Privatsphärenschutz: Bei Standortabfragen können Nutzer nun entscheiden, einer App nicht den präzisen, sondern nur einen ungefähren Standort mitzuteilen. Zudem gibt es die Möglichkeit, Apps den Zugriff nur auf bestimmte Fotos zu erlauben. Und das Auslesen der Zwischenablage durch Apps wird nun ebenso prominent in der Statusleiste angezeigt wie das Einschalten von Kamera oder Mikrofon.
  • Dolmetscher: Apple hat eine Übersetzungs-App für zehn Sprachen in das Betriebssystem integriert. Die funktioniert auch offline, wenn die notwendigen Sprachpakete zuvor heruntergeladen worden sind.
  • Tipp-Befehle: Mit Tippen auf die Rückseite des Smartphones lassen sich nun beliebige Aktionen auslösen, wenn man die Funktion in den Einstellungen unter „Bedienungshilfen/Tippen/Auf Rückseite tippen“ aktiviert - etwa der Start der Musik-App oder auch ein Screenshot. Einstellen lassen sich zwei Aktionen - eine, die per Zweifach- und eine, die per Dreifach-Tipp ausgelöst wird.
  • Sicherheit: iOS 14 warnt vor schwachen Passwörtern oder solchen, die nach erfolgreichen Hackerangriffen oder Datenlecks im Netz kursieren. Auf die angekündigte Möglichkeit zur aktiven Zustimmung (Opt-in), wenn Apps auf die Werbe-ID des Gerätes zugreifen möchten, um sie auf ihrem Weg durchs Netz und bei der App-Nutzung zu verfolgen (Tracking), werden Nutzerinnen und Nutzer dagegen noch voraussichtlich bis 2021 warten müssen.
  • Kompaktes Design für eingehende Anrufe und Siri: Eingehende FaceTime- und Telefonanrufe und Interaktionen mit Siri erhalten ein neues, kompaktes Design. Das ermöglicht es den Anwendern, dort zu bleiben, was sie gerade tun. Dank Unterstützung für Bild-in-Bild können iPhone-Nutzer jetzt ein Video ansehen oder einen FaceTime Anruf entgegennehmen, während sie eine andere App verwenden.
  • Umweltfreundlicherer Wege und neue Reiseführer: Bei den Wegbeschreibungen für Radfahrer werden Höhenunterschiede, das Verkehrsaufkommen auf einer Straße und das Vorhandensein von Treppen entlang der Stecke mit ins Kalkül gezogen. Die Routen für Elektrofahrzeuge ergänzen Ladepausen entlang einer geplanten Strecke, die den aktuellen Ladestand des Fahrzeugs sowie Ladegerätetypen berücksichtigen. Reiseführer bieten eine kuratierte Liste interessanter Orte in einer Stadt, die von vertrauenswürdigen Experten erstellt wurde.

Zudem schreibt Apple Entwicklern bei iOS 14 vor, Nutzern vor der Installation einer App genau zu erklären, auf welche Daten diese zugreift. Die Regelung gilt nicht nur für App-Bestandteile, die vom Entwickler selbst programmiert worden sind, sondern auch für solche, die von Dritten übernommen worden sind, etwa aus sogenannten Software Development Kits (SDK).

Übersichtliche Tabellen

Damit sich niemand hinter kryptischen oder epischen Texten verstecken kann, gibt Apple zwei klar strukturierte Tabellen vor, die künftig im App Store bei jeder App auftauchen sollen.

Eine Tabelle enthält Infos zu der Art von Daten, die gesammelt werden - also etwa Gesundheit und Fitness, Finanzen, Standort, sensible Daten (Handicaps, sexuelle Orientierung etc.), Kontakte, Nutzer-Inhalte (Mails, Fotos, Videos etc.), Browser- und Suchverlauf oder Geräte-ID.

Die andere Tabelle soll Aufschluss darüber geben, wie die gesammelten Daten genutzt werden - also etwa für Werbung Dritter, Werbung des Entwicklers, App-Analyse oder Produktpersonalisierung.

Opt-in für Tracking kommt später

Einen wichtigen Datenschutz-Baustein für iOS 14 hatte Apple jüngst auf 2021 verschoben: Die Zustimmung (Opt-in) der Nutzerinnen und Nutzer, wenn Apps auf die Werbe-ID des Gerätes zugreifen möchten, um sie auf ihrem Weg durchs Netz und bei der App-Nutzung zu verfolgen (Tracking).

(csr/dpa)