Google Pixel 4: Preise und Infos zum neuen Smartphone

Vierte Smartphone-Generation vorgestellt : Das kann das neue Google Pixel 4

Schon seit Wochen sickerten immer neue Leaks über die neuen Google-Smartphones ins Netz. Daher bot die Produkt-Präsentation bei den technischen Details kaum noch Überraschungen. In einem Punkt gab es aber noch echte News.

Google setzt beim neuen Flaggschiff-Smartphone Pixel 4 auf zwei Kameras und ein innovatives Bedienkonzept. Das Pixel 4 und die größere XL-Version setzen erstmals auf eine Doppelkamera. Außerdem kommt ein Radarsensor zur Gestensteuerung zum Einsatz. Verkaufsstart der Geräte mit 5,7 und 6,3 Zoll großen OLED-Display mit 90-Hertz-Technologie ist am 24. Oktober.

Mit den Preisen überraschte Google die Beobachter: Das Pixel 4 wird in der kleineren Variante mit 5,7-Zoll-Bildschirm und 64 GB Hauptspeicher bereits für 749 Euro angeboten. Das 128-GB-Modell kostet 849 Euro. Das größere XL-Modell (6,3 Zoll und 64 GB) wird ab 899 Euro verkauft, 128 GB kosten 999 Euro.

Damit bleibt Google unter der 1000-Euro-Schwelle, die andere Hersteller wie Apple, Samsung und Huawei mit ihren Top-Modellen überschreiten.

Ein herausragendes Merkmal ist die neue Doppelkamera. Sie besteht aus einer Kamera mit 12,2 Megapixeln (MP) und einer Zoomkamera (16 MP) und setzt auf reichlich digitale Nachbearbeitung aufgenommener Fotos.

Statt des Pixel Visual Core aus dem Vorgänger Pixel 3 gibt es nun einem neu gestalteten Chip namens Pixel Neural Core. Er erledigt viele Bildbearbeitungsschritte direkt auf dem Telefon - eine Abkehr vom reinen Vertrauen in Cloud Computing.

Mit dem Neural Core sollen etwa bessere Fotos bei Nacht, vom Sternenhimmel oder auch mit gleichmäßig ausgeleuchteten Vorder- und Hintergründen bei schwierigem Licht möglich sein. Der von den Vorgängern bekannte Softwarezoom ergänzt nun den optischen Zoom der zweiten Kamera.

Gesten statt Tipper auf das Display

Während die Gestenbedienung anderer Smartphonehersteller auf Kameras setzt, kommt beim Pixel 4 ein Radarsensor zum Einsatz. Er sitzt in der oberen Linken Ecke des Geräts und erkennt Annäherung, Abwesenheit und bestimmte Bewegungen.

Eine sich nähernde Hand etwa aktiviert die Sensoren für die Gesichtserkennung des Pixel, Winkgesten mit der Hand schalten ein Lied weiter oder den Anrufton stumm. In einigen Google-Apps und Drittanbietern wie Spotify funktioniert das bereits, andere Apps sollen folgen.

Ähnlich wie Apple bei seinen aktuellen Geräten verzichtet auch Google beim Pixel 4 auf einen Fingerabdrucksensor. Stattdessen wird mit Gesichtserkennung auf Basis von Infrarotkameras gearbeitet. Der dreidimensionale Scan des Gesichts wird nach Google-Angaben auf einem Titan M genannten Chip auf dem Smartphone gespeichert - und soll auch nur dort bleiben.

Noch mehr Arbeit wird auf das Telefon verlagert

Der Neural Core erledigt auch weitere Aufgaben auf dem Telefon, statt sie in die Cloud auszulagern. Der überarbeitete Google Assistant etwa reagiert nun deutlich schneller und ist zu aufeinanderfolgenden Handlungen in der Lage.

In einer Vorführung rief der Assistent etwa auf Kommando direkt das Twitterprofil von Motorsportler Nico Rosberg auf und wechselte durch einen einfachen Folgebefehl zu dessen Youtubeseite. Bislang sind dafür jeweils einzeln formulierte Befehle mit „Okay, Google“ nötig. Der schlauere Google Assistant wird vorerst den neuen Pixel-Geräten vorbehalten bleiben, heißt es von Google.

Praktisch für Konferenzen und Interviews: Die neue Rekorder-App kann nicht nur Sprache aufzeichnen. Der eingebaute Chip wandelt sie in Echtzeit in Text um, der sich nach Schlüsselwörtern durchsuchen lässt. Eine Internetverbindung ist nicht nötig.

Die App kann auch zwischen Sprache und anderen Geräuschen unterscheiden und erkennt Pausen. Bislang funktioniert das nur für die englische Sprache, weitere Sprachmodelle sollen folgen.

Auf der Veranstaltung in New York präsentierte Google auch neuartige drahtlose Ohrhörer („Pixel Buds“), die im kommenden Jahr gegen die Airpods von Apple und ähnliche Produkte von Samsung, Microsoft und Huawei antreten sollen. Weiterhin stellte der Konzern eine Neuauflage seiner WLAN-Hardware sowie ein Dienstleistungspaket für eine smarte Alarmanlage mit Cloudspeicher vor.

(mja/csr/dpa)