Google-Alternative: Qwant — die neue Suchmaschine aus Frankreich

Alternative zu Google : Qwant — die neue Suchmaschine aus Frankreich

Wer heute etwas wissen möchte, fragt Google. In Sekundenbruchteilen haben User hunderttausende Suchergebnisse. Der Nachteil: Google speichert alles. Qwant ist eine neue, alternative Suchmaschine, die keine Benutzerdaten speichert.

Die Erfinder Jean Manuel Rozan und Eric Leandri haben zwei Jahre gebraucht, bis ihr digitales Lexikon einsatzfähig war. Qwant ist die einzige, in Europa entwickelte Suchmaschine. Weil der Server in der Europäischen Union steht, unterliegt Qwant europäischen Datenschutzrichtlinien.

Die Suchmaschine wirbt damit, dass sie keine Daten der Nutzer sammelt und es keine personalisierte Suche gibt. Pro Sitzung existiert nur ein temporärer Cookie, der keine längerfristige Datenspeicherung zulässt. Zwei Menschen, die das gleiche Schlagwort eingeben, bekommen auch die gleichen Ergebnisse, und das unabhängig von den Suchbegriffen, die sie vorher schon mal gesucht haben.

Die Lexikonrubrik Qnowledge Graph

Die Ergebnisse der Suche werden in fünf verschiedenen Spalten angezeigt: Die Spalte Netz zeigt die Ergebnisse einer klassischen Suche an. Im Bereich Nachrichten erscheinen aktuelle Informationen zum gesuchten Thema. Unter der Rubrik Einkaufen werden Produkte eingeblendet, die mit dem Schlagwort in Verbindung stehen, und im Bereich Sozial finden User aktuelle Meldungen aus Netzwerken wie Twitter und Facebook. Als fünften Bereich gibt es die Rubrik Qnowledge Graph. Das ist eine Art Lexikon, in dem zusätzliche Infos angezeigt werden. Bei Tomaten, zum Beispiel, erscheinen hier Details zu Nährwerten und Vitaminen.

Direkt ins Auge fallen Fotos und Videos, denn sie erscheinen automatisch quer über den Spalten. Praktisch ist auch, dass es keine Seiten gibt. User können endlos nach unten scrollen, ohne umzublättern.

Das einzige, was an Google erinnert, sind die bunten Logobuchstaben in rot, gelb, grün und blau. Die Gründer sehen sich aber nicht als direkte Konkurrenz zur weltweit größten Suchmaschine. Qwant ist für sie mehr eine Entdeckungsmaschine. Wer wissen möchte, was aktuell passiert, ist dort richtig, denn die Suchmaschine kombiniert Ergebnisse aus Social Media und News.

Die französische Suche finanziert sich nicht über Werbeanzeigen, sondern über Werbelinks und indem sie Suchmaschinentechnik an andere Firmen verkauft. Google hat so auch mal angefangen. Seit Anfang 2013 ist Qwant in Frankreich online. Innerhalb eines Jahres hat die Suchmaschine dort nach eigenen Angaben 2,5 Millionen Suchanfragen pro Tag. Google hat täglich mehrere Milliarden Aufrufe.

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(RP)