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Offenlegungsbericht veröffentlicht: Geheimdienste können bei Vodafone mithören

Offenlegungsbericht veröffentlicht : Geheimdienste können bei Vodafone mithören

Geheimdienste können nach Angaben des Mobilfunkkonzerns Vodafone in mehreren Staaten Telefonleitungen anzapfen und Gespräche seiner Kunden mithören. In bestimmten Ländern sei vorgeschrieben, dass die Behörden direkten Zugang zum Netz eines Anbieters bekommen müssten.

Das erklärte das britische Unternehmen am Freitag in einem sogenannten Offenlegungsbericht. Die Betreiber hätten über die Aktionen keinerlei Kontrolle.

Um welche Länder es sich handelt, teilte Vodafone nicht mit. Der Konzern erklärte nur, es handele sich um eine "kleine Zahl". Vodafone sprach sich dafür aus, in den betroffenen Staaten die Gesetze zu ändern, damit Abhöraktionen eine rechtliche Grundlage hätten.

Ohne offizielle Ermächtigung gebe es keinerlei Möglichkeit, die Aktionen von außen nachzuvollziehen, sagte der für Datenschutz zuständige Manager Stephen Deadman dem "Guardian".

Die Diskussion über Abhöraktionen von Geheimdiensten wie der amerikanischen NSA oder dem britischen GCHQ erreichte im vergangenen Jahr einen Höhepunkt, als der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden umfangreiche Spähprogramme beider Behörden enthüllte.

Die Veröffentlichungen belasteten auch das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA schwer, etwa weil die NSA ein Mobiltelefon von Kanzlerin Angela Merkel als Ziel gehabt haben soll. In diesem Fall ermittelt inzwischen die Bundesanwaltschaft.

(REU)