GPS-Dienst setzt auf Nutzer-Tipps: Das kann die App Foursquare

GPS-Dienst setzt auf Nutzer-Tipps : Das kann die App Foursquare

Mit einem Wisch über das Smartphone - und schon ist man "Bürgermeister". Foursquare macht genau das möglich. Dabei ist die App mehr als Spielerei, sie funktioniert auch als personalisierter Restaurant- oder Touristenführer. Und hebt sich dadurch von vergleichbaren Apps ab.

Doch was hat der Nutzer eigentlich im Detail davon, wenn er sich die App auf sein Smartphone installiert? Und was kann man mit der App in Düsseldorf anfangen?

Kleiner Helfer im Alltag

Wo gibt es den nächsten "Coffee to go"? Wie komme ich am schnellsten zum nächsten Supermarkt? Ist das Essen in dem Restaurant gegenüber empfehlenswert? Wer im Alltag Antworten auf solche oder ähnliche Fragen sucht, ist mit der App "Foursquare" gut beraten. Mittels des GPS-Signals des Handys kann man mit Foursquare in die Orte "einchecken", die sich in der Nähe befinden. "Check-In-Dienste wie Foursquare leben nicht nur vom spielerischen Ansatz (Gamification), der die Nutzer zur ständigen Aktivität bewegt. Nutzer sehen über den Dienst auch, in welchen Locations besonders häufig eingecheckt wurde und welcher Ort demnach anscheinend besonders besuchswert ist", sagt Alex Troll, Produktmanager für Neue Medien und Foursquare-Nutzer der ersten Stunde. Wenn man auf der Suche nach einem empfehlenswerten Restaurant ist, kann die App also sehr nützlich sein.

Nutzer werden zu Kritikern

Ein Vorteil der App ist, dass Nutzer ihrem Check-In Kommentare und Tipps beifügen können. So weiß der Nutzer von Foursquare, ob es sich zum Beispiel lohnt, einen Umweg in Kauf zu nehmen, um eine weiter entfernte Eisdiele zu aufzusuchen oder ob der Döner an der Ecke wirklich ein Genuss ist. Bastian Beyer, Business Developer Europe bei Foursquare, erklärt: "Die Empfehlungen bekommt man sogar, ohne jemals eingecheckt zu haben. Durch die eigenen Check-Ins und die von Freunden werden die Empfehlungen dann personalisierter." Foursquare soll das Handy außerdem noch schlauer machen: "Mit meinem Smartphone in der Tasche sehe ich als Nutzer die besten Orte in der Nähe, die für mich in genau dem Augenblick interessant sind. Das Smartphone weiß mit Hilfe von Foursquare was ich machen will, noch bevor ich es selbst weiß."

Wissen, wo die Freunde sind

Interessant finden die Nutzer auch, dass man seinen Freunden auf der Spur sein kann, wenn man Foursquare benutzt: "Wenn man spontan genug ist, sieht man als Nutzer zum Beispiel, wo sich die Freunde Freitagabends rumtreiben. Einem spontanen Treffen steht also kaum noch etwas im Weg. Und natürlich wird ein Check-In häufig auch vom Location-Inhaber mit einem Gutschein oder Geschenk belohnt", erklärt Alex Troll. Was das bedeutet? Wenn man sich an einem Ort einloggt, der ein so genanntes "Special" anbietet, bekommt man eine Nachricht auf sein Handy. Die kann man dann dem Kellner oder einem Mitarbeiter zeigen, der dann das Geschenk dem Foursquare-Nutzer übergibt. Das kann ein kostenloser Kaffee oder eine Gratis-Nachspeise sein. "Bei meinem ersten Check-In in einem Restaurant im Medienhafen habe ich vom Chef zum Beispiel zwei Flaschen Wein bekommen", sagt Alex Troll.

Gamification — der spielerische Ansatz

Das Besondere: Für jedes Check-In erhält der Nutzer Punkte. So beinhaltet die App auch spielerische Elemente. Diesen Ansatz nennt man "Gamification". Ist man zum Beispiel der Nutzer, der die meisten Check-Ins an einem Ort gesammelt hat, kann man zum "Bürgermeister", dem so genannten "Mayor" aufsteigen. Einer von ihnen ist Foursquare-Nutzer Matthias Zock aus Düsseldorf. Er ist "Mayor" des UCI im Hafen: "Mir macht die Jagd auf die Badges und Mayorships einfach Spaß, auch wenn ich persönlich noch nicht durch Specials profitiert habe." An anderen Locations aber gibt es den Bürgermeister-Bonus: So erhält der Mayor in einem Düsseldorfer Feinkostladen bei jedem Check-In eine Kaffeespezialität seiner Wahl. Außerdem kann man Auszeichnungen ("Badges") sammeln. Die bekommt der Foursquare-Nutzer für besondere Check-Ins. Ein Beispiel? Checkt man in einen Ort ein, in dem bereits 50 andere Nutzer eingecheckt sind, erhält man den so genannten "Swarm-Badge" (Schwarm-Auszeichnung). Auch einen "Harry Potter-Badge" gab es schon. Wer sich beim Film "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes II" im Kino eingecheckt hat, erhielt die Potter-Auszeichnung. In Zukunft aber möchte sich das Unternehmen stärker auf die personalisierten Empfehlungen seiner Nutzer fokussieren.

Daten bewusst teilen - auch auf Facebook und Twitter

Die Empfehlungen können von allen Nutzern der App gelesen werden. Auch, wenn man an einen Ort eingecheckt hat, ist das für alle anderen Nutzer sichtbar. "Da uns bewusst ist, dass manche Leute lieber nicht auf dieser "Wer ist hier"-Liste erscheinen wollen, kann man diese Funktion in den Konto-Einstellungen aber abstellen", schreibt Foursquare in seinen Datenschutzrichtlinien. So kann der Foursquare-Nutzer selbst entscheiden, welche Informationen über seine Tätigkeiten bei Foursquare veröffentlicht werden, und welche nicht. Die Verknüpfung von Foursquare mit Facebook und Twitter ermöglicht es auch, jede Aktualisierung seines Foursquare-Status auch in anderen Netzwerken zu teilen - wenn man es denn will. So erreicht Foursquare nicht nur die "eigenen" Nutzer, sondern auch Facebook-Freunde und Follower bei Twitter. Der Schneeball-Effekt wird dadurch noch größer.

Mit Foursquare durch Düsseldorf

Besonders smart mach Foursquare die Funktion, Listen erstellen zu können. Allein in Düsseldorf gibt es etliche davon. Die Listen fassen zum Beispiel alle italienischen oder türkischen Restaurants der Stadt zusammen, andere bieten einen Überblick über die Brauereikultur, wiederum andere weisen eine Route entlang der besten Sehenswürdigkeiten Düsseldorfs. Foursquare dient also auch als personalisierter Touristenführer. Die besten Listen finden Sie in unserer Bilderstrecke.

(ila/sap)
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