Neue O2-Tarife: Bezahlt wird nur noch die Daten-Flat

Neue O2-Tarife : Bezahlt wird nur noch die Daten-Flat

SMS und Telefonieren kostenlos, nur das gebuchte monatliche Datenvolumen soll bezahlt werden. Mit dieser neuen Preispolitik will sich O2 im Wettbewerb um Neukunden behaupten.

Die neuen Tarife der Telefónica-Tochter sollen schon zum 1. März eingeführt werden. Der Einstiegstarif für rund 20 Euro umfasst ein Datenvolumen für die volle 3G-Geschwindigkeit von 50 Megabyte sowie Telefongespräche und SMS-Mitteilungen in alle Netze. Für 30 Euro steht ein Volumen von 500 Megabyte zur Verfügung. Der Spitzentarif von 50 Euro enthält ein Datenvolumen von 5 Gigabyte mit LTE-Nutzung. Wenn das Datenvolumen verbraucht ist, wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Abgerechnet wird monatsweise.

iOS-Nutzer können das verbrauchte Datenvolumen checken, indem sie den Dialog über "Einstellungen" - "Allgemein" - "Benutzung" - "Mobile Datennutzung" aufrufen. Foto: Havlat

Neu ist das Angebot nicht

"Wir reagieren damit auf das veränderte Nutzerverhalten unserer Kunden", sagte René Schuster, Deutschland-Chef bei Telefónica, auf dem Mobile World Congress in Barcelona. So werde ein Smartphone heute im Durchschnitt 83 Minuten pro Tag benutzt, aber nur sieben Minuten davon wird es auch zum Telefonieren genutzt.

O2 ist aber nicht der erste Anbieter, der auf eine Gebühr für SMS oder Telefonate verzichtet und nur noch Datenvolumen abrechnet. Kleinere Mobilfunkanbieter haben ähnliche Tarifsysteme schon eine Weile im Programm. Auch gibt es bei O2 schon länger Abrechnungs-Modelle, die unter dem Namen "Allnet-Flat" bekannt sind. Hier bezahlt man eine monatliche Grundgebühr und kann dann beliebig oft und lange in alle Netze telefonieren und SMS schreiben. Bahnbrechend ist die Verkündung des Modells in Barcelona also nicht unbedingt.

O2 zeigt sich zuversichtlich, dass das Netz das Inklusivangebot für Telefongespräche verkraften werde. Die Priorität liege beim Ausbau des LTE-Netzes. O2 werde aber auch weiter in das UMTS-Netz investieren, sagte Schuster. Damit die Kunden die aktuelle Leistung der jeweils nächsten Basistation überprüfen können, führt O2 dafür eine neue Web-Anwendung ein. "Wir sind der erste deutsche Netzbetreiber, der auf diese Weise mehr Transparenz ins mobile Internet bringt", sagte der O2-Chef.

So kann man das verbrauchte Datenvolumen checken

Viele Handynuzer wissen gar nicht, wie hoch der Datenverkehr ist, den ihr Smartphone erzeugt. Dabei lässt sich der Datenverbauch ganz einfach überprüfen. Wer ein Android-Smartphone besitzt, geht ins Menü "Einstellungen". Unter "Datennutzung" findet man dort das verbrauchte Datenvolumen. Bei einem Iphone ist das benutzte Datenvolumen über die Menüs "Einstellungen", "Allgemeines" und "Benutzung" zu erreichen. Jetzt lässt sich unter "Mobile Datennutzung" der Verbrauch checken.

Keine Angst: Wer mit seinem Smartphone hauptsächlich Dienste wie "iMessage", "Whatsapp" oder "Facebook" nutzt, kommt im Monat mit wenigen hundert Megabyte locker aus. Kritisch wird der Verbrauch bei denen, die sich viele Youtube-Videos anschauen, viele Bilder ansehen oder Musik oder Apps herunterladen, wenn Sie unterwegs sind. Dann kann der Datenverbrauch schnell in Gigabyte-Bereiche vorstoßen.

Unser Tipp zum Sparen: Videos lieber dann anschauen, wenn man mit seinem Smartphone über ein WLAN-Netz online ist. Außerdem lohnt sich immer ein Tarif-Vergleich zwischen verschiedenen Mobilfunkanbietern. Mit unserem Handytarifrechner lässt sich der passende Tarif bequem herausfinden.

(dpa/csi/sap)
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