Apple Keynote 2019: iPhone 11 mit drei Kameras auf dem Rücken – Apple TV+ mit Kampfpreis

So lief die Apple-Keynote : Das iPhone 11 hat drei Kameras auf dem Rücken – Apple TV+ mit Kampfpreis

Apple hat das neue iPhone 11 vorgestellt. Es kommt in drei verschiedenen Versionen. Zudem wurde der Streamingdienst Apple TV+ zu einem erstaunlich niedrigen Preis angekündigt. Und die neue Apple Watch Series 5 bekommt ein sehr willkommenes Update.

Apple treibt seinen Wandel zum Unterhaltungskonzern voran. Der iPhone-Hersteller kündigte am Dienstag an, seinen bereits zuvor in Aussicht gestellten Streamingdienst Apple TV+ Anfang November in 100 Ländern, darunter auch Deutschland, zu starten - und das zu einem so niedrigen Preis, dass die Konkurrenz von Netflix und Walt Disney wohl wird reagieren müssen: Gerade einmal 4,99 Euro soll der Dienst hierzulande kosten.

Zumal Apple TV+ für Käufer eines iPhones, iPads, Apple TV oder Mac-Computers für ein Jahr lang kostenlos sein soll. Damit wird Apple schnell eine hohe Kundenzahl generieren können. Für den Streamingdienst wurden unter anderem Hollywood-Stars wie Reese Witherspoon und Jennifer Aniston verpflichtet.

Vielfach bekam man von Smartwatch-Nutzern zu hören, dass die Uhren ja eine tolle Sache seien, es aber doch störe, dass das Display die ganze Zeit schwarz sei und nur bei der richtigen Bewegung zum Leben erwachte. Das hat offenbar auch Apple erkannt. Die neueste Genration der Apple Watch bekommt ein bereits aus der Smartphone-Welt bekanntes Always-on-Display, die Uhrzeit und andere Funktionen werden also permanent angezeigt. Ein Feature, das für viele zusätzliche Interessenten sorgen könnte. Dafür setzt Apple bei der Uhr ein neues Display ein, das weniger Strom verbraucht. Die Batterie soll damit 18 Stunden halten.

Zusätzlich bekommt die Uhr einen Kompass spendiert und die Notruf-Funktion funktioniert nun in allen Ländern. Die Alu-Gehäuse werden nun aus Recycling-Aluminium hergestellt. Erstmals gibt es Gehäuse aus Titan und wieder auch aus Keramik. Apple behält auch die Series 3 aus dem Jahr 2017 im Programm und verkauft sie nun für 199 Dollar - das ist der bisher günstigste Preis für eine Apple Watch. Die Uhr hatte sich zu einem Bestseller entwickelt, während die iPhone-Verkäufe zurückgehen.

Bei den neuen iPhone-Modellen setzt Apple stark auf die Kamerafunktion. Schließlich, so betonte Apple-Chef Tim Cook, sei das iPhone die meistverkaufte Kamera der Welt. Das einfache 11er-Modell, das als Einstiegsmodell das aktuelle iPhone XR ersetzt, bekommt unter anderem einen Nacht-Modus, der für gute Bilder bei dunklen Lichtverhältnissen sorgen soll. Android-Nutze kennen das bei den besseren Geräten schon länger. Das zusätzliche Ultra-Weitwinkel-Objektiv soll nicht nur genutzt werden, um mehr ins Bild zu bekommen, sondern auch zur Verbesserung der Fotos.

Die Nachfolger der aktuellen Top-Modelle iPhone XS und XS Max tragen die Namen iPhone 11 Pro und Pro Max. Die Geräte haben nun drei Kameras auf der Rückseite - mittlere Brennweite, Teleobjektiv und Ultra-Weitwinkel - wie etwa das Huawei P30 Pro oder das Samsung Galaxy S10.

Bei den Pro-Modellen sollen mit der später im Herbst kommenden Funktion „Deep Fusion“ besonders hochwertige Aufnahmen durch die Auswertung mehrerer Bilder entstehen. Die Kameras nehmen dafür neun Fotos mit verschiedenen Einstellungen auf und setzten daraus „Pixel für Pixel“ ein Bild zusammen, wie Marketing-Chef Phil Schiller am Dienstag erläuterte. Auf eine ähnliche Technik setzt Google bei seinen Pixel-Modellen beim digitalen Zoom.

Für die Bildbearbeitung verbesserte Apple noch einmal den Prozessor der Geräte mit dem A13-Chip aus eigener Entwicklung. Nun sind unter anderem auch Zeitlupen-Selfies mit der Front-Kamera der iPhones möglich. Die Macher der Video-App „FiLMiC Pro“ demonstrierten, wie sie dank der neuen Fähigkeiten gleichzeitig Video von mehreren Kameras des iPhone aufnehmen können.

Die iPhones bekamen auch weitere Verbesserungen. Das Glas der Geräte soll nun deutlich widerstandfähiger sein, die Gesichtserkennung FaceID soll schneller greifen. Die Batterie soll beim Pro bis zu vier Stunden länger halten als beim aktuellen XS und beim größeren Pro Max bis zu fünf Stunden länger als beim XS Max.

Das iPhone 11 kostet in Deutschland von 799 Euro mit 64 Gigabyte Speicher bis 999 Euro mit 256 GB. Das Pro verkauft Apple von 1149 bis 1549 Euro (64, 256 oder 512 GB) und das Pro Max von 1249 bis 1649 Euro (64, 256 oder 512 GB). Die neuen Modelle kommen am 20. September auf den Markt.

Komplettiert werden die Geräte-Neuheiten mit einem aufgefrischten Einstiegsmodell des iPad-Tablets, das unter anderem einen etwas größeren Bildschirm bekam. Die Preise für das 10,2 Zoll große Gerät liegen zwischen 379 und 619 Euro, je nach Speichergröße und ob man das reine Wifi-Modell oder zusätzlich die Mobilfunkvariante wählt.

Apple setzt verstärkt auf Abo-Modelle. Am Dienstag kündigte der Konzern neben Apple TV+ auch den Start des Spiele-Abos Apple Arcade an, das ebenfalls 4,99 Euro im Monat kosten wird und am 18. September startet. Die Games von Apple Arcade sollen exklusiv nur bei dem Dienst verfügbar sein.

Bei Hardware hat Apple offenbar weitere Geräte in der Pipeline. Für das kommende Jahr seien die nächste Generation der AirPods-Ohrhörer sowie ein günstigeres Modell des vernetzten Lautsprechers HomePod in Arbeit, hieß es.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sie sieht das neue iPhone 11 aus

(csi/csr/dpa/rtr)
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