Risiko bei Sicherheit und Datenschutz: "FaceApp" soll überprüft werden

Entwickler von „FaceApp“ sind unbekannt : Risiken im Datenschutz – Beliebte Foto-App soll überprüft werden

Das russische Online-Programm könnte Daten an Dritte weitergeben, befürchtet ein US-Senator. Auch der deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte warnt vor der Nutzung der „FaceApp“.

Der einflussreiche US-Senator Chuck Schumer hat eine Überprüfung des beliebten russischen Onlineprogramms FaceApp auf Datenschutz- und Sicherheitsrisiken gefordert. Die Bundespolizei FBI und die Verbraucherschutzbehörde FTC sollten untersuchen, ob die Entwickler der App Daten von US-Bürgern an Dritte weitergeben, schrieb der Chef der Demokraten im Senat am Mittwoch in einem Brief an das FBI. Er befürchte, dass ausländische Regierungen an die Daten gelangen könnten.

Mit dem Online-Programm „FaceApp“ können mit verschiedenen Fotofiltern Bilder unter anderem so bearbeitet werden, dass die abgebildeten Personen künstlich altern.

FaceApp reagierte zunächst nicht auf Schumers Brief. Der Vorsitzende des russischen Unternehmens, Jaroslaw Goncharow, sagte der "Washington Post", dass Fotos nicht für andere Zwecke genutzt und innerhalb von 48 Stunden gelöscht würden.

Nach einem Bericht der "Washington Post" ist Schumer nicht der einzige Demokrat, der Bedenken gegen FaceApp hat. Das Demokratische Nationalkomitee (DNC) empfahl demnach Wahlkämpfern für die Vorwahl zur Präsidentschaftswahl 2020, die App sofort zu löschen.

Auch der deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD) warnte vor der App. "In der Tat gibt es hier Besorgnis, dass wichtige persönliche Daten in die falschen Hände geraten könnten", sagte er dem Südwestrundfunk am Donnerstag. Sowohl schwammige Nutzungsbedingungen als auch die Tatsache, dass wenig darüber bekannt sei, wer hinter FaceApp stecke, sei besorgniserregend.

Kelber rief die zuständigen Datenschutzbehörden zu Nachforschungen auf. Wenn die Fragen zur Datennutzung nicht entsprechend des europäischen Datenschutzrechts beantwortet würden, sei FaceApp "nicht legal", befand der SPD-Politiker.

FaceApp war 2017 von dem russischen Entwickler Wireless Lab auf den Markt gebracht worden. Anhand von künstlicher Intelligenz kann die App die Fotos ihrer Nutzer verändern, zum Beispiel die Haarfarbe wechseln, Falten hinzufügen oder das Gesicht jünger aussehen lassen.

Derzeit ist FaceApp die am häufigsten heruntergeladenen kostenlose App im Appstore Google Play. Mehr als 100 Millionen Nutzer installierten die App, nachdem mehrere Prominente bearbeitete Bilder in den Online-Netzwerken veröffentlicht hatten.

(anst/AFP)
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