Test von Drucker-Tinte: Auch einige Billiganbieter überzeugen

Vergleich von Drucker-Patronen: Auch einige Billigtinten überzeugen im Test

Drucker sperren sich offenbar nicht mehr gegen den Einsatz von Fremdpatronen. Mit Billigtinte lassen sich deshalb bis zu 80 Prozent der bisherigen Druckkosten einsparen. Das hat ein Vergleichstest ergeben.

Beim Drucken zu Hause lässt sich mit günstigen Patronen von Drittanbietern ordentlich Geld sparen - allerdings nicht in jedem Fall. Denn es kommt stark auf die richtige Kombination aus Drucker und Patronenhersteller an, berichtet die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift „test“ (hier finden Sie den kostenpflichtigen Bericht).

Die Stiftung hat Tintenpatronen für aktuelle Druckermodelle von Brother, Canon, Epson und HP untersucht. Alle Geräte arbeiteten dabei mit der Fremdtinte gut zusammen, wie die Tester berichten. Hier hatte es beim vorangegangenen Test vor drei Jahren noch Probleme gegeben, weil sich Hersteller dagegen sperrten, dass in ihre Drucker günstigere Nachbauten der eigenen Patronen eingesteckt wurden. Das habe sich geändert, schreibt die Stiftung Warentest. „Sparen macht wieder Spaß.“

Mit Fremdtinte könnten Nutzer bis zu 80 Prozent der Kosten pro gedruckter Seite einsparen, berichteten die Tester weiter. Zum Beispiel kosteten die Original-Patronen für einen Brother-Drucker rund 60 Euro. Eine Konkurrenztinte gebe es aber schon für 13 Euro, und im Test habe sie ebenfalls „gute Ausdrucke“ geliefert. Insgesamt bescheinigten die Tester der Billig-Tinte anständige Ergebnisse. Aber bei Farbtreue und Lichtbeständigkeit hätten sie häufig nicht mit der Originaltinte mithalten können. Für den Fotodruck empfehlen die Warentester deswegen hochwertigeres Druckerpapier. Darauf verschmiert der Ausdruck weniger, und die Farben bleiben länger erhalten.

Außerdem ist nicht jede Druckerpatrone vom Drittanbieter wirklich billiger. Im Einzelfall war der Nachbau beim Druckpreis pro Seite sogar vergleichsweise teurer. Hier lohnt es sich, beim Kauf auf die Kapazität der Patrone und die Seitenausbeute zu achten und kurz durchzukalkulieren, ob sich eine Patrone am Ende auf den Preis pro Seite gerechnet auch wirklich rentiert.

Und was ist, wenn die Qualität der Ausdrucke mit der Fremdtinte nicht stimmt? Die Stiftung Warentest rät dann zur Reklamation. Zwar hätten Umfragen unter Nutzern von Drittanbieter-Patronen ergeben, dass ein Großteil sich den Stress einer Reklamation nicht antun will. Wer es doch tat, erhielt aber häufig eine neue Patrone oder das Geld zurück.

Eine Auswirkung auf Garantie und Gewährleistung hat ein Einsatz von Drittanbieter-Patronen den Angaben zufolge nicht. Dies sei nur ein Problem, wenn der Druckerhersteller nachweisen kann, dass ein Schaden wirklich durch eine Fremdpatrone verursacht wurde. In den Tests der Stiftung sei es auch noch nie zu Schäden durch Spartinte gekommen.

(wer/dpa)
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