Testbericht: Amazon Echo Spot - Retro-Wecker mit Alexa

Amazon Echo Spot: Was kann der neue Alexa-Retro-Wecker?

Mit dem Echo Spot hat Amazon das mittlerweile fünfte Modell seiner intelligenten Lautsprecher auf den Markt gebracht. Innen werkelt Sprachassistentin Alexa, von außen sieht der Spot aus wie ein Retro-Wecker aus den 70er-Jahren. Wir haben ihn getestet.

Knuffig sieht er aus der Spot, mit seinem fast kugelförmigen Gehäuse und dem auf der Vorderseite verbauten, 2,5 Zoll durchmessenden Bildschirm. Standardmäßig zeigt das 130 Euro teure Gerät die Uhrzeit oder das Wetter an. Ähnlich wie bei einer Smartwatch kann man aus 17 verschiedenen Zifferblättern wählen.

Wie seine Geschwister aus der Echo-Familie kann auch der Spot auf Zuruf Witze erzählen ("Wenn Chuck Norris vom Hochhaus springt, fällt er nicht zu Boden. Er zieht die Erde an."), Fragen beantworten, Nachrichten vorlesen oder Musik abspielen.

Mit seinem großen Bruder Echo Show verbindet den Spot der Bildschirm. Der eignet sich mit seiner Auflösung von 480 x 480 Pixeln gut für Videotelefonate. Angerufen werden können andere Spots, der große Echo Show oder ein Smartphone mit aktivierter Alexa-App. Das eigene Bild beim Gegenüber ist okay, von hochauflösend kann allerdings keine Rede sein. Grund ist die schwache Kamera, die lediglich VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel) über den Äther schickt. Die Tonqualität ist auf beiden Seiten gut.

Per Drop-in die ganze Familie rufen

Neben Videoanrufen gibt es eine sogenannte Drop-in-Funktion. Sie verbindet den Spot direkt mit einem oder mehreren anderen Echo-Lautsprechern im selben WLAN - das Einverständnis aller Beteiligten vorausgesetzt. Die Funktion ist sehr praktisch, wenn man etwa die ganze Familie zum Essen rufen will.

Damit kann man den Echo Spot auch in ein Babyfone verwandeln. Leider werden nur Amazon-Chats unterstützt und keine Dienste wie Skype. Weitere Funktionen gibt es über die sogenannten Amazon "Skills". Mit diesen Erweiterungen kann man den Echo etwa zu einer kleinen Schaltzentrale eines Smart Homes ausbauen und mit Alexa das vernetzte Garagentor öffnen oder das Licht in der Abstellkammer ausschalten.

Theoretisch lassen sich auf dem Display auch Filme von Amazon Video gucken. Aber ganz ehrlich, lassen Sie es lieber sein. In der Zoom-Funktion werden die Filme an den Rändern brutal beschnitten, in der Normal-Ansicht schrumpft das Bild auf Briefmarkengröße. Allenfalls die "Tagesschau in 100 Sekunden" oder ähnliche Nachrichten-Clips lassen sich ertragen.

Die Lautsprecher in den kleinen Echo-Lautsprechern wie Dot oder eben dem Spot sind nicht wirklich dafür geeignet, Musik zu hören. Das macht Google mit seinem Home Mini besser - wenn man natürlich auch da nicht von Hifi-Klang sprechen kann. Auch in Sachen Lautstärke hat der kleine Google-Lautsprecher deutlich mehr zu bieten.

  • Kopfhörer im Test : Google Pixel Buds - der Assistent im Ohr

Verbindung mit anderen Lautsprechern

Dicker Pluspunkt für die Echos: Sie lassen sich per Kabel mit anderen Aktiv-Lautsprechern verbinden und spielen die Musik dann darüber ab. Das leisten Google Home und Home Mini nicht.

Sehr gut lief auch die Einrichtung. Dazu musste nicht einmal die Alexa-App bequemt werden, das Einrichten des Amazon-Kontos und die Verbindung zum WLAN wird einfach über den Bildschirm erledigt.

Eben jene WLAN-Verbindung erwies sich dann zumindest bei unserem Testgerät als problematisch. Regelmäßig verlor der Spot den Kontakt zum Netzwerk, zeigt das dann durch einen gelben Kreis auf dem Display an. Die Verbindung musste dann jedesmal von Hand wiederhergestellt werden. Der seit Monaten nur knapp 20 Zentimeter daneben platzierte Google Home Mini hatte damit bislang nie Probleme.

Fazit: Amazon positioniert den Echo Spot unter anderem als Radiowecker für den Nachttisch. Dafür hätte man aber die Aktivierung des Nachtmodus' nicht so umständlich gestalten sollen. Abgesehen davon muss sich jeder die Frage stellen, ob er ein mit dem Internet verbundenes Gerät mit eingebauter Kamera im Schlafzimmer stehen haben möchte.

Eine deutlich bessere Figur macht der Echo Spot etwa auf dem Schreibtisch, vor allem, wenn man dort häufiger Videochats führen möchte.

Wünschenswert wäre es, dass Amazon und auch Drittanbieter ihre Apps auf das kreisrunde Display anpassen. Das würde den Nutzen des kleinen Echo-Lautsprechers deutlich erhöhen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Amazon Echo Spot - der Alexa-Radiowecker im Test

(csr)
Mehr von RP ONLINE