Handy: SMS führt zu beschränkter Grammatik

Handy : SMS führt zu beschränkter Grammatik

Mannheim (rpo). Machen SMS blöde? Die wachsende Zahl von Kurznachrichten wirkt sich nach Meinung von Experten negativ auf die Sprachfähigkeit von jungen Leuten aus. Ludwig Eichinger vom Institut der Deutschen Sprache sagte in Mannheim: "Junge Menschen, die nur über SMS kommunizieren, bleiben in ihrer Grammatik äußerst beschränkt."

Die wachsende Beliebtheit der per Handy verschickten Kurzmitteilungen bedeute aber nicht den Verfall "unserer Kultur". Das Positive sei, dass nach der Ära des Telefonierens überhaupt wieder mehr geschrieben werde.

Bei einer Fachtagung befassten sich rund 450 Wissenschaftler mit der Frage, warum das Textverständnis gerade bei den deutschen Schülern nachlässt. Ein Grund dafür, dass "zu verstehender, geschriebener Text immer weniger gefragt" sei, sei die Überflutung durch Bildmedien und das Internet, sagte Eichinger.

Mit Blick auf die Pisa-Studie werde auch die Bedeutung der Mehrsprachigkeit für das Textverständnis der Jugend im Deutschunterricht offensichtlich. So sei im deutschen Bildungssystem beispielsweise Latein als bewährte Hilfe zum Verständnis von Grammatik fast vollständig abgeschafft worden, ohne einen muttersprachlichen Ersatz dafür anzubieten.

(ap)
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