Smart-Speaker wie Amazon Echo, eine Panasonic-Box mit Google-Assistant und Apples HomePod.

Produkte im Test: Das taugen Amazon Echo, AirPods und Co. wirklich

Wohl nur wenige Technikgeräte werden dieses Jahr zum Fest öfter verkauft als schlaue Lautsprecher. Wir stellen drei Modelle sowie drei drahtlose Kopfhörer vor – und sagen den Kunden, worauf sie beim Kauf achten sollten.

Nur auf Handy oder Bildschirm schauen, ist out – per Sprache kommunizieren immer mehr Nutzer mit den globalen Cloud-Computern oder steuern per Sprachbefehl ihr Handy, die Heizung und erst recht die Musik. Ein Vorreiter des Trends ist Apple mit dem Spracherkennungssystem Siri, das auf den iPhones schon vor sieben Jahren startete; der andere Trendsetter ist Amazon. Kein Unternehmen hat mehr smarte Lautsprecher verkauft als Amazon mit dem Echo und einigen Ablegern aus Sicht des Online-Händlers ist das Ziel klar: Wer einen Echo nutzt, um Nachrichten aufzurufen, wird so irgendwann auch Waren bestellen. Für Kunden spielt auch das Spielerische eine große Rolle. „Die Leute finden den Dialog mit einem Smart-Lautsprecher spannend und amüsant“, sagt der Düsseldorfer Unternehmensberater Holger Neinhaus, „sie lassen sich Witze erzählen, sie fragen das Wetter ab, irgendwann bestellt man auch das Taxi. So nutzen sie künstliche Intelligenz im Alltag.“

Wir stellen drei Smart-Lautsprecher und drei Bluethooth-Headsets vor. Intelligente Lautsprecher werden neben Smartphones zu den Rennern im Weihnachtsgeschäft gehören.

Testsieger bei Computerbild mit der Note 2,3 ist der Amazon Echo Plus 2, der deutlich gefälliger aussieht als seine Vorgängermodelle. Um digital gesteuerte Geräte wie Lampen oder Rollos direkt anzusprechen, nutzt der Echo den Funkstandard Zigbee-Bridge. Das Gerät hat auch einen Temperatursensor an Bord – es kann also per Sprachbefehl so programmiert werden, dass es die Jalousie bei großer Hitze runterfährt. Auch Telefonieren ist mit dem Echo möglich – er hört den Raum mit insgesamt sieben Mikrofonen ab. Und sehr gut kommt bei Experten an, dass der Echo nicht nur den hauseigenen Musikdienst anspielen kann, sondern auch Spotify, Pandora oder Tunein.

Die große Schwäche des Echo neben dem mangelnden Datenschutz (nach deutschen Vorstellungen) ist die nur schwache Tonqualität. Amazon bietet zwar an, für 130 Euro Aufpreis einen Subwoover für die Bässe mitzuliefern, aber das ist keine optimale Lösung. Interessant ist, dass man den Echo per Aux-Anschluss auch an die Hifi-Anlage anschließen kann.

Vom Handy kennen viele Nutzer den Google-Assistant als sprachgesteuerten Digitalhelfer, Panasonic hat ihn in seinen smarten Lautsprecher SC-GA10 integriert. Damit schlägt dieser rund 150 Euro teure Lautsprecher nach Angaben der Tester von Computerbild den etwas günstigeren Google-Home, den Google selbst verkauft. Dabei überzeugt einerseits die einfache Anwahl von Musik (Deezer, Spotify und natürlich Google Play), andererseits die Verknüpfung mit Google-Software auf anderen Geräten wie dem Chromcast, um Filme abzuspielen. Wirklich guten Klang bietet das Panasonic-Gerät allerdings auch nicht, für Google-Fans könnte es daher interessant sein, den Bose Home Speaker 550 für 350 Euro zu kaufen.

Optimalen Klanggenuss bietet dagegen der HomePod von Apple. Die einzelne Box kostet rund 320 Euro, für ein Paar sind also stolze 640 Euro fällig. Viele Smarthome-Produkte wie Philips Hue oder smarte Thermostate lassen sich steuern, wenngleich oft etwas komplizierter als beim Echo von Amazon und bei Google.

Tatsächlich ist der Homepod nur für treue Apple-Kunden attraktiv: Direkt per Sprachsteuerung lässt sich nur Apple Music aufrufen. Andere Musikdienste wie Spotify oder Google Play lassen sich zwar vom iPhone per App anwählen. Aber die Übertragung auf die Lautsprecher läuft über Apple-Play – Eigentümer von Android-Smartphones müssen da passen.

Auch per Bluetooth angeschlossene Funkkopfhörer bieten das Nutzen digitaler Assistenten bei gleichzeitigem Musikgenuss an. Weil sie meistens gute Tonqualität beim Telefonieren bieten, machen sie im Auto den Griff zum Smartphone bei einem Anruf unnötig – das kann hohe Bußgelder vermeiden. Bei den Airpods von Apple ist die Geräuschabschirmung so gut, dass man bei Tempo 130 auf der Autobahn Anrufe entgegennehmen kann, und die Gesprächspartner denken, man säße im ruhigen Büro.

Die Stiftung Warentest empfiehlt vor allem den Bose Sound Sport Wireless für das mobile Musikhören und Telefonieren. Entscheidendes Kriterium für die Note von 1,9 im aktuellen Test ist der beste Klang. Das kleine Gerät hat allerdings den Nachteil, dass ein Kabel das rechte und das linke Ohrhörerteil verbindet. Ganz ohne Draht funktionieren der Airpod von Apple sowie der Bose SoundSport Free Wireless. Hier gab es jeweils die Note 2,0, der Klang ist jeweils fast so gut wie beim Spitzenmodell.

Allen Käufern ist jedoch zu raten, auszuprobieren, ob ein Kopfhörer passt – glücklicherweise haben, abgesehen vom Airpod, alle Geräte mehrere Ohrpasstücke. Und wer nur 100 Euro investieren will, kann den nicht gezeigten Backbeat Fit 305 von Plantronics kaufen – die Note 2,5 für das Gerät ist akzeptabel.

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