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Neue App zum 50. Jahrestag: Mit dem Handy auf Mauer-Spurensuche

Neue App zum 50. Jahrestag : Mit dem Handy auf Mauer-Spurensuche

Berlin (RPO). 50 Jahre ist es her, dass die DDR damit begonnen hatte, jene Mauer zu errichten, die Ost und West für immer trennen sollte. Viele junge Leute wissen heute kaum noch, wo genau die Mauer verlief. Pünktlich zum Jahrestag können sich iPhone-Nutzer nun auf Spurensuche begeben. Eine neue App macht das möglich.

Rund 168 Kilometer war sie lang, allein 43 Kilometer in Berlin: die Mauer, vom DDR-Regime auch gern als "antifaschistischer Schutzwall" bezeichnet. Doch kaum war sie gefallen, wurden auch ihre Spuren vernichtet. Auf ehemaligen Todesstreifen blüht inzwischen die Natur oder wurde gebaut — wie etwa der Potsdamer Platz in Berlin. Dessen riesige Baustelle war nach der Wende ein Symbol für den schnell gewünschten Neuanfang.

So verwundert es kaum, dass selbst viele Berliner gar nicht mehr wissen, wo die Mauer genau verlief. Genau das will die Bundeszentrale für politische Bildung ändern und brachte nun eine interaktive iPhone-App auf den Markt. Sie ist kostenlos und ist auf Englisch und Deutsch erhältlich.

Basierend auf der "Chronik der Mauer", einem Projekt der Bundeszentrale, dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und dem Deutschlandfunk, haben die drei Partner die App entwickeln lassen. Mit dem Programm soll es Berlin-Besuchern ermöglicht werden, jene Teile der Mauer zu erkunden, die bis heute erhalten geblieben sind, heißt es auf der Webseite.

Dafür stehen etwa drei geführte Touren zur Verfügung, die laut dem Entwickler Exozet eine Dauer von 30 bis 90 Minuten haben. Mit Hilfe einer interaktiven Karte können die Spurensucher zu 42 Punkten gelangen, an denen Sehenswürdigkeiten im Zusammenhang mit der Mauer vorhanden sind. Aber auch eigene Touren können demnach zusammengestellt werden.

Wie es bei "Chronik der Mauer" weiter heißt, dokumentiert die App aber auch die Geschichte vom Mauerbau bis zu ihrem Fall. Rund 200 Fotos, 40 O-Töne, 20 Videos und zahlreiche Texte stünden dafür zur Verfügung. Zahlreiche Fotos sollen dabei auch zeigen, welchen Blick die Menschen auf der Seite der DDR auf die Mauer hatten.