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Schöne neue Technikwelt in Berlin: Ifa präsentiert die völlige Vernetzung

Schöne neue Technikwelt in Berlin : Ifa präsentiert die völlige Vernetzung

Ein neuer Siemens-Herd lässt sich vom Handy aus steuern, Samsung präsentiert eine Armbanduhr mit Mobilfunk, und bei Philips kaufen die Kunden Videos nun per Google ein - das alles sind Themen auf der Ifa ab kommender Woche.

Wohin entwickeln sich Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik? Der Trend zeigt sich auch bei der Auswahl der Hauptredner zur diesjährigen Ifa, die für das breite Publikum am Freitag beginnt.

Zur Vernetzung ganzer Häuser spricht in Berlin Tony Fadell, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Nest, einem erst Anfang des Jahres von Google übernommenem Anbieter von Thermostaten. Seine Botschaft wird sein: Haushaltsgeräte und Heizungen lassen sich künftig per Internet steuern - und sein Mutterkonzern Google werde die Daten über die Nutzung von Geräten entgegen vielen Befürchtungen doch nicht ausspionieren.

Samsung-Vorstandschef Bo-Keun Yoon wird dagegen das Zusammenspiel von Smartphones, Digitalarmbändern oder auch Fernsehern und Haushaltsgeräten betonen. Schon am Donnerstag stellten die Koreaner ebenso wie LG eine neue intelligente Armbunduhr vor, die bei Samsung sogar ein eigenes Mobilfunkmodul hat, statt sich Infos über ein Smartphone zu holen.

"Wir erwarten, dass Wearables ein großes Thema auf der Ifa sein werden", sagt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GfU), die zugleich auch Veranstalter der Messe ist.

Der völligen Vernetzung und Digitalisierung gehört die Zukunft. So zeigt Siemens einen Backofen, der sich mit dem Smartphone steuern lässt. Philips präsentiert eine kleine Steuerbox für nur rund 60 Euro, mit der sich angeblich bis zu 50 Philips-Lampen per Funk steuern lassen - auch ein Zugriff per Smartphone ist möglich.

Der neue Vorwerk-Staubsauger Kobold VR 200 erfasst zuerst die Umgebung per Laser und macht dann automatisch sauber - bereits das Vorgängermodell kostete mehr als 600 Euro. Und so richtig hilft das Gerät nur, wenn man seine Wohnung gut vor dem angeblich völlig selbstständigem Saugen aufräumt.

Logisch, dass solche Spielzeuge nur ein Teil der Ifa sind. So führt das Industriebündnis EE-Bus vor, wie ein einheitlicher Standard das Zusammenschalten von mehreren Geräten im Haus deutlich vereinfacht - als ein Ziel soll die Waschmaschine im Keller nur dann anspringen, wenn es gerade günstigen Windkraftstrom gibt. Miele, Deutsche Telekom, Liebherr oder auch Intel unterstützen das System - auf der Ifa wird wohl der französische Computerkonzern Atos dazustoßen.

Die Ifa wäre nicht die Ifa als große Multimediashow, würden nicht die TV-Anbieter ihre neuen Flaggschiffe präsentieren. Bei Philips ist dies der 65PU9809, der bei einer Bildschirmdiagonale von 165 Zentimetern (65 Zoll) die meisten Wohnzimmer üppig ausfüllt.

Samsung zeigt in Berlin sogar einen 110-Zoll-HD-Flachbildschirm - er ist fast so hoch, wie ein Mensch groß ist, der Preis wird Branchenkreisen zufolge bei rund 100.000 Euro liegen.

Dabei hofft die Branche trotz einer bereits exzellenten Ausstattung der Haushalte mit Unterhaltungselektronik auf weiteres Wachstum. Fast 13 Milliarden Euro gaben die Bundesbürger zwischen Januar und Juni für Unterhaltungselektronik aus - etwas mehr als im Vorjahr.

Auf künftig acht Millionen jährlich verkaufte TV-Geräte hofft die GfU. Denn nach Angaben des Branchenverbands müssten allein zehn Millionen Röhrenfernseher noch ersetzt werden. Die Flachbildschirmgeräte der ersten Generation verlieren langsam an Flair. Und bei Preisen von oft nur 300 Euro für halbwegs gute Modelle kommen auch Zweit- und Drittgeräte im Haushalt in Mode.

Von der Stückzahl her schlagen Smartphones und Tablet-Computer aber die Fernseher deutlich. 24 Millionen Smartphones werden die Deutschen dieses Jahr kaufen - ein neues Spitzenmodell zeigt HTC auf der Messe. Acht Millionen Tablet-Computer könnten dieses Jahr verkauft werden. Ihr Siegeszug ist ein spezieller Trend: Die Menschen schauen TV und kommunizieren gleichzeitig mit dem "zweiten Bildschirm" auf ihrem Schoss.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Smart Home, Netzwerk & Co. - das sind die heißesten Trends der IFA

(RP)