1. Digital
  2. Neuheiten

Betriebssysteme Android und iOS: Hacker nehmen Google und Apple ins Visier

Betriebssysteme Android und iOS : Hacker nehmen Google und Apple ins Visier

Frankfurt/Main (RPO). Mit neuen populären Geräten wie iPads, Smartphones und Netbooks finden auch andere Betriebssysteme als Windows eine größere Verbreitung. Und damit werden sie auch für Hacker interessanter. Im Online-Untergrund ist alles nur eine Frage des Preises, erklärt Udo Schneider vom IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro.

Für die kriminelle Schattenwirtschaft im Internet zähle nur das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag. Je populärer zum Beispiel die mobilen Geräte von Apple würden, desto größer werde die Zahl der möglichen Opfer und desto eher lohne sich die Entwicklung von Schadsoftware für Apple-Rechner, erklärt Schneider.

Jüngstes Beispiel sei der sogenannte Mac Defender, ein sogenanntes Trojanisches Pferd, das von seinen Opfern persönliche Daten wie Konto- und Kreditkartennummern stiehlt. Apple, so kritisiert Schneider, habe mit Sicherheitsmechanismen reagiert, die gemessen an den Standards in der Windows-Welt als überholt einzustufen seien. Hier müsse sich das Unternehmen neu orientieren.

"Keimfreie Umgebung" nicht langlebig

Es scheint, als ob sich nicht nur die Apple-Nutzer zu lange in Sicherheit gewogen haben. Vielleicht ist der Fall auch eine Warnung für Menschen, die sich demnächst eines der ersten Netbooks mit "Chrome OS" von Google kaufen wollen.

Wer Anwendern glauben machen wolle, sie müssten sich nicht mehr mit Online-Computerkriminalität befassen, wenn sie nur ihr Betriebssystem wechselten, handele zumindest naiv, erklärt Rik Ferguson von Trend Micro mit Bezug auf frühere Äußerungen von Google, dass sich Nutzer "gar nicht mehr mit Viren, Malware und Sicherheits-Updates befassen müssten".

Die "keimfreie Umgebung" eines nagelneuen Netbooks mit "Chrome OS" werde in etwa genauso langlebig sein wie bei einem vergleichbaren Android-Gerät, warnt Ferguson.

Der Reiz für Cyberkriminelle

Googles System sei zwar durchaus wirkungsvoll, aber nicht undurchlässig. Dass die Daten nicht mehr auf dem Rechner, sondern verschlüsselt in der Cloud bei Google gespeichert werden, bedeute aus Sicht der Kriminellen nur, dass sie neue Zielkoordinaten für ihre Angriffe eingeben müssten.

Der "Reiz" aus Sicht der Cyberkriminellen bestehe vielleicht gerade darin, dass es ihr Opfer möglicherweise noch nicht mal merke, dass es infiziert wurde - das sei sogar wahrscheinlicher als bei einem herkömmlichen Rechner.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die neuen Smartphones und Tablets

(apd/csr)