15 Jahre SMS: Die Karriere eines Abfallprodukts

15 Jahre SMS : Die Karriere eines Abfallprodukts

Düsseldorf (RPO). März 2003: Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" löst "Sprachalarm" aus. Der Grund: Eine Schülerin hat einen Schulaufsatz im SMS-Stil geschrieben. Das ist nur ein Beispiel, wie sehr die SMS unsere Kommunikation beeinflusst hat. In diesem Monat feiert sie ihren 15. Geburtstag.

Bis zu dem Aufsatz, der die "Spiegel"-Redakteure entsetzen ließ, war es ein langer Weg: Im Dezember 1992 wurde die erste SMS versandt; von einem PC schoss die elektronische Kurznachricht schnurstracks in die Telefonleitung und von dort ins britische Vodaphone-Netz. Was in der SMS stand, ist nicht bekannt, dafür aber wofür die Abkürzung steht: SMS heißt "Short Messsage Service".

Zwei Jahre später brachte Nokia das erste Mobiltelefon mit SMS-Funktion auf den Markt - als eine kostenlose Zusatzfunktion, nicht mehr als ein "Abfallprodukt", das man "einfach so" beim Handy-Kauf dazubekam. Von da an machten die Entwicklungen aber immer größere Sprünge, die SMS wurde immer beliebter, und schließlich entdeckten auch die Netzbetreiber die "elektronische Goldgrube Kurzmitteilung".

Obstruse Handy-Geschichten

In der Presse kursierten schon bald obstruse Handy-Geschichten: So soll Dieter Bohlen mit seiner Ex-Freundin Estefania per SMS Schluss gemacht haben, und Trainer Jose Mourinho soll seinem Arbeitsgeber, dem Fußballverein FC Chelsea, seine Kündigung zuerst per SMS mitgeteilt haben.

Heute werden in Deutschland pro Monat gut zwei Milliarden SMS verschickt, über 16 Milliarden sind es in ganz Europa - was viel Geld in die Kassen der Netzbetreiber spült. Vorbei sind die Zeiten der ehemals kostenlosen Zusatzfunktion. Für die Netzbetreiber ist die SMS sogar der größte Ertragsbringer, der mehr Geld abwirft als die "echten" Handy-Gespräche.

Längst hat die SMS neue Wege erschlossen. Beispielsweise ist es inzwischen möglich, seine Bahnfahrkarte per SMS zu kaufen.

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