Dashcams - verschiedene Modelle in der Übersicht

Nach BGH-Urteil: Diese Dashcam-Modelle sind derzeit auf dem Markt

Der Bundesgerichtshof hat geurteilt, Aufnahmen von Auto-Minikameras, den sogenannten Dashcams, können bei Unfällen als Beweis vor Gericht verwendet werden. Wir haben eine Modellübersicht zusammengestellt.

Dashcams sind kleine Videokameras, die sich an der Windschutzscheibe oder auf dem Armaturenbrett befestigen lassen. Davon leitet sich die inzwischen auch in Deutschland übliche englische Bezeichnung ab: Der Begriff „Dashcam“ stammt vom englischen Wort „Dashboard“ für Armaturenbrett.

In einem Urteil hat der Bundesgerichtshof (BGH) nun entschieden, dass die Aufnahmen der Kameras bei Unfall-Prozessen genutzt werden dürfen.

Das permanente Aufzeichnen mit den Dashcams bleibt aber nach wie vor unzulässig. Die Richter verwiesen auf das Datenschutzgesetz. Diese Unzulässigkeit führt aber nicht dazu, dass die Bilder in Zivilprozessen nicht verwertet werden dürfen. Es sei immer eine Frage der Abwägung im Einzelfall.

Für alle, die sich nach diesem Urteil nun eine der Minikameras zulegen möchten, haben wir verschiedene Modelle herausgesucht.

  • Garmin Dash Cam 65W

Mit einem Sichtfeld von 180 Grad nimmt das Gerät auch Querverkehr auf. Das GPS liefert Daten zu Uhrzeit und zur Position, an der ein Zwischenfall passierte.

Die Dash Cam 65W verfügt über eine automatische Unfallerkennung (G-Sensor). Wird ein Unfall erkannt, speichert die Kamera die vollständige Aufzeichnung des Zwischenfalls. Diese Informationen werden auf einer MicroSD-Speicherkarte gespeichert.

Im Parkmodus wird die Umgebung des Autos überwacht. Wird dabei eine Erschütterung erkannt, speichert die Kamera automatisch eine Videoaufname ab. Die Kamera kostet rund 250 Euro.

  • TrueCam A7s

Die Kamera zeichnet das Geschehen vor dem Auto in einer Endlos-Schleife auf. Ist der Speicher voll, werden die ältesten Aufnahmen überschrieben. Der Beschleunigungssensor (G-Sensor) erkennt Vollbremsungen und Unfälle. Die Aufnahme wird dann gespeichert und gegen ein Überschreiben gesperrt. Der eingebaute GPS-Sensor speichert Koordinaten und Uhrzeit.

Die Kamera zeichnet wahlweise mit 2304x1080 (16:9) oder in Superweitbild (21:9) mit einer Auflösung von 2560x1080 auf.

Verbaut ist auch ein Blitzerwarner, der vor stationären oder Fahrabschnittsblitzern sowie Ampelblitzern warnt.

Wie die Garmin-Kamera überwacht auch die TrueCam das Fahrzeug auf dem Parkplatz. Bei einem Rempler wird eine Aufnahme gespeichert. Die Kamera kostet rund 160 Euro.

  • Urteil : BGH lässt Dashcam-Aufnahmen als Beweis begrenzt zu
  • iTracker mini0806-S

Laut Hersteller ist das Modell die „kleinste GPS-Autokamera der Welt“, sie misst 75 x 40 x 40 Millimeter.

Das 135-Grad-Weitwinkelobjektiv zeichnet mit einer Auflösung bis maximal 2560×1080 Pixel auf. Gespeichert wird auf einer bis zu 256 GB großen Micro-SD-Karte. Die Aufzeichnung beginnt bei Motorstart. Erkennt der G-Sensor einen Unfall, wird die Aufnahme mit GPS-Koordinaten, Geschwindigkeit und Uhrzeit gespeichert. Die Kamera kostet rund 140 Euro.

  • Crosstour CR300

Ein recht günstiges Modell. Das 170-Grad-Objektiv zeichnet in FullHD auf. Auch die CR300 hat einen G-Sensor verbaut, der Erschütterungen bei einem Unfall erkennt und die Aufnahme abspeichert. Dem kleinen Preis von knapp 45 Euro ist es wohl geschuldet, dass die Kamera keinen GPS-Sensor an Bord hat. Somit fehlen möglicherweise wichtige Informationen zum Unfallhergang.

  • Rollei CarDVR-318

Die Kamera zeichnet während der Fahrt die gesamte Frontperspektive in 2k- oder Full-HD-Auflösung in einer Dauerschleife auf. Der Erschütterungssensor erkennt einen Unfall und speichert die entsprechende Passage ab. Der GPS-Sensor liefert Koordinaten, Datum, Uhrzeit sowie die Geschwindigkeit. Auch die Rollei hat eine Parküberwachung. Die Kamera kostet knapp 160 Euro.

  • Acer Vision 360

Das Gerät filmt nicht nur nach vorne durch die Windschutzscheibe, sondern auch den Innenraum des Fahrzeugs. Das Ganze wird zu einem 360-Grad-Panorama in 4K-Auflösung (3840 zu 2160 Pixel) zusammengesetzt.

Interne Sensoren der Vision 360 erkennen Zusammenstöße und lösen bei Unfällen automatisch die Aufnahme inklusive GPS-Koordinaten aus. Diese Aufnahmen werden nicht nur auf dem Gerät gespeichert, sondern - eine entsprechende Datenverbindung vorausgesetzt - auch in Online-Speichern abgelegt. Die Kamera reagiert auch auf Parkrempler und Einbruchsversuche. Dann beginnt ebenfalls die Aufzeichnung, und die Eigentümer erhalten eine Nachricht auf das Smartphone. Die Kamera wurde im vergangenen Jahr bei der IFA in Berlin gezeigt, ist bislang in Deutschland aber noch nicht verfügbar.

Die Kameras werden im Auto an der Windschutzscheibe oder auf dem Armaturenbrett montiert, entweder mit einem Saugnapf oder mit einem beigelegten Klebestreifen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Kamera mittig postioniert wird, um den relevanten Bereich der Straße filmen zu können. Auch ist es empfehlenswert, die Kamera in einem Bereich der Frontscheibe anzubringen, der vom Scheibenwischer erreicht wird. Sonst sind die Aufnahmen bei Regen kaum zu gebrauchen.

Die Stromversorgung erfolgt in der Regel über den Zigarettenanzünder oder über einen USB-Anschluss im Fahrzeug.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Dashcams - Modellübersicht

(csr)
Mehr von RP ONLINE