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Die Brille könnte den Alltag revolutionieren: Das kann Google Glass

Die Brille könnte den Alltag revolutionieren : Das kann Google Glass

Seitdem iPhone und iPad auf dem Markt sind, gibt es im Mobilfunkbereich keine wirklichen Innovationen mehr. Alle machen mehr oder weniger dasselbe. Während Apple nun an einer iWatch bastelt, hat Google möglicherweise das wirklich große Ding im Köcher: Google Glass - die Brille, die alles verändern soll. Jetzt gibt es ein Video, das zeigt, was man mit der Brille alles anstellen kann.

"Ok glass, record a video" - der Zuruf reicht, und die magische Brille von Google nimmt direkt ein Video von dem auf, was ihr Träger vor sich sieht. Das Gleiche funktioniert natürlich auch mit Fotos.

Weil die Brille permanent im Netz ist, können auch spontane Videokonferenzen oder -anrufe, bei Google Hangouts genannt, gestartet werden. Selbstverständlich gibt die Brille auch Infos über den aktuellen Standort und das Wetter.

Eine andere Situation, die auch im Video zu sehen ist: Sie stehen vor einem Aquarium, darin schwimmen Quallen umher. Kurze Anfrage an die Brille und schon bekommt man alles Wissenswerte über diese glitschige Tierart auf eine kleines Feld im Brillenglas projiziert. Da ergeben sich doch ganz neue Möglichkeiten für Klassenarbeiten: Wie lauteten nochmal die Binomischen Formeln?

Sehr praktisch dürfte übrigens auch die Möglichkeit sein, die Brille als Navigationsgerät einzusetzen. Ohne den Blick von der Straße nehmen zu müssen, bekommt man die Routenführung direkt vor die Augen.

Ein Alptraum für Datenschützer

Sie hetzen über den Flughafen, versuchen Ihren Flieger zu erwischen. Die Brille hilft, blendet Terminal und Gate ein und zeigt an, ob die Maschine pünktlich ist. Per In-House-Navigation sollte es dann auch noch möglich sein, den richtigen Weg durchs Flughafengebäude zu weisen.

Das sind erst einige der Möglichkeiten, welche die Brille von Google zu bieten hat. Findige Entwickler dürften da noch viele Ideen haben. Das Gerät hat das Potenzial, eine echte Killer Application zu werden.

Das klingt alles sehr praktisch, könnte für Datenschützer aber zum Alptraum werden. "Wenn solch eine Brille kommt, werden wir anfangen, uns gegenseitig viel mehr zu fotografieren", prophezeit Frederik Eichelbaum, der im Rahmen des Studiengangs Zukunftsforschung an der Freien Universität Berlin seine Masterarbeit unter anderem über Videobrillen geschrieben hat. "Jeder hat Kameras auf der Nase, und keiner weiß, welche gerade an ist."

Nichts für Kinder und Jugendliche

Da die Brille ihre Bilder und Videos direkt vor den Augen des Nutzers abspielt, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob die Augen Schäden davontragen können. "Auf Dauer ist der Blick durch die Brille sehr anstrengend. Vergleichbar ist das in etwa mit der Arbeit an einem Mikroskop", sagt Augenarzt Prof. Dieter Friedburg. Bei ausgiebiger Nutzung könnten zumindest Kopfschmerzen auftreten. "Die Augen werden aber keinen Dauerschaden davontragen", gibt der Experte Entwarnung.

Für Kinder und Jugendliche sei die Technik aber nicht empfehlenswert. "Die Kurzsichtigkeitsentwicklung könnte durch die Nutzung der Videobrillen verstärkt werden", warnt Friedburg.

Ganz billig wird der Spaß ebenfalls nicht. Google such derzeit in den USA Tester für die Brille. Die müssen für das Testgerät stolze 1500 Dollar auf den Tisch legen, plus Steuern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das kann Google Glass

(csr)