GEMA CD-Kopien unter Freunden erlaubt

München/Berlin (rpo). Wer CDs kopieren möchte, gerät schnell in die Grübelfalle: Was darf noch kopiert werden, was nicht? Ist jede Kopie gleich eine Raubkopie und damit strafbar? Der Musikrechteverwalter GEMA winkt ab. Weiterhin dürfen CDs und DVDs für Freunde und Verwandte kopiert werden.

 2009 sind über 800 Verfahren gegen Raubkopierer eingeleitet worden.

2009 sind über 800 Verfahren gegen Raubkopierer eingeleitet worden.

Foto: rponline

"Wir befürworten die Privatkopie, weil Abgaben für die Urheber schon beim Kauf von Leermedien bezahlt wurden", erklärt Leila Werthschulte vom Musikrechteverwalter GEMA in München. Ein vorhandener Kopierschutz dürfe allerdings nicht umgangen werden. Legal erworbene MP3-Dateien hätten eine eingebaute digitale Rechteverwaltung, mit der die Musikkonzerne die Zahl der Kopien eigenständig begrenzen.

Laut GEMA bezahlt der Käufer an der Kasse für jeden CD-Rohling rund 7 Cent Abgaben je Spielstunde, für andere Tonträger rund 6 Cent und für Bildträger rund 9 Cent. Für einen CD-Brenner fließen pauschal 7,50 Euro an die GEMA, für jeden DVD-Brenner rund 9 Euro und für einen MP3-Spieler rund 2,60 Euro. Informationen für Verbraucher sind auf der Seite www.privatkopieren.de zu finden. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) verwaltet in Deutschland die Nutzungsrechte der Musikschaffenden.

Kopiergeschützte CDs erkennt der Käufer an einem Verbotshinweis auf der Hülle. Die meisten Mitglieder des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft in Berlin setzen laut Sprecher Hartmut Spiesecke zu diesem Zweck ein Logo namens Copy-Control ein. Genaue Zahlen, wie viele CD-Produktionen auf dem Markt geschützt seien, gebe es nicht: "Das ist auch eine Frage des Repertoires." So sei exotische Weltmusik seltener kopiergeschützt als Hit-CDs.

(gms2)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort